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Wie GC zurück an die Spitze will

Jetzt soll vieles einfacher werden: Die Grasshoppers erhalten eine neue Struktur – und wollen so zurück zum Erfolg finden.

Ist neuer Hauptaktionär: GC-Präsident Stephan Anliker.
Ist neuer Hauptaktionär: GC-Präsident Stephan Anliker.
Keystone

Morgens um 6.08 Uhr an diesem Samstag teilt GC in einem Communiqué mit: «GC heisst wieder Grasshopper Fussball AG.» Was nüchterner kaum mehr zu formulieren ist, ist von grosser Bedeutung für den Rekordmeister. Es geht um nichts mehr als um seine Sanierung und seine Zukunft.

GC war während Jahrzehnten der Nobelclub des Landes, das Kürzel stand für Geld und Erfolg. Seit dem Rückzug der früheren Wirtschaftsführer Rainer E. Gut und Fritz Gerber auf den Sommer 2004 hat GC aber vor allem eines gemacht: Es ist dem Geld nachgerannt, um Löcher zu stopfen. 8 Millionen Franken sind es heute, die jährlich im 20-Millionen-Budget fehlen und zu decken sind, durch Transfers und Geldgeber.

Eine schwerfällige Struktur

Um das zu ändern, hielt GC am späten Freitagnachmittag eine ausserordentliche Generalversammlung ab. Es ging darum, die Grasshopper Holding AG und die Neue Grasshopper Fussball AG zu fusionieren. Das tönte nicht nur schwerfällig, das war auch Ausdruck der schwerfälligen Struktur bei GC. 76 Aktionäre, aufgeteilt in Einzelpersonen und ganze Gruppierungen, hatte es bis zu diesem Tag gegeben, 76 Aktionäre, die das Gefühl hatten, mitreden zu wollen. Das Komplizierte schreckte allfällige Investoren ab.

Gegen die Fusion der beiden AG gab es auch gewisse Opposition. GC-Präsident Stephan Anliker hatte darum während der letzten Wochen und Monate viel Zeit darauf verwendet, die Kritiker von seinem Plan zu überzeugen. Und das Resultat seiner Bemühungen war gar von nordkoreanischem Ausmass: 91,7 Prozent der Aktionäre der Holding und 100 Prozent jener der Fussball AG stimmten der Fusion zu.

Dahinter steckt noch viel mehr. Mit der Schaffung der neuen AG verbunden ist die Sanierung des finanziell angeschlagenen Clubs. Die entscheidenden Schritte dafür werden an einer weiteren ausserordentlichen GV am kommenden 15. Januar das Thema sein. Wie sie aussehen, hat Anliker unter der Woche bekannt gemacht («Tages-Anzeiger» vom 28. November).

Gegen 8 Millionen Franken für die Sanierung

Im Zentrum dabei steht er zusammen mit Heinz Spross und Peter Stüber, Gartenbauer der eine, Autounternehmer der andere, langjährige Geldgeber und sehr vermögend beide. Anliker, Spross und Stüber kommen für die 7 bis 8 Millionen auf, die eine Kapitalisierung der neuen AG (1,8 Millionen) und die Deckung der Altlasten (5 bis 6 Millionen) kosten. Darüber hinaus garantieren sie zusammen auch, jährlich für einen Fehlbetrag von 3 Millionen Franken aufzukommen. Das tun sie mindestens während dreier Jahre – bis zum gesicherten Entscheid, ob das neue Stadion gebaut wird oder nicht.

«Wenn wir drei nicht hinstehen, würde es GC über kurz oder lang nicht mehr geben», sagt Anliker. Zumindest nicht in der Super League. Davon ist er überzeugt. Als Gegenleistung wollen die drei fürs Erste 90 Prozent der Aktien übernehmen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie an ihrer Macht kleben. Die ist nicht ihr Ziel. Vielmehr sind sie offen für neue Aktionäre. Und das alles mit einer Absicht: «GC wieder führbar zu machen und zurück an die Spitze der Super League zu bringen», wie Anliker sagt.

Der Langenthaler Architekt hat bereits eine Idee geboren, um auch kleineren Geldgebern wieder die Chance zu geben, sich bei GC zu engagieren. Er möchte für sie die Hardturm Klub AG ins Leben rufen. Diese AG soll wiederum Aktionärin der neuen Grasshopper Fussball AG werden. Hans Klaus, der Kommunikationsberater von Anliker, sagt: «Wenn so eine Million Franken zusammenkäme, wäre das schon schön.»

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