Der Promi an der Linie

Bei einem Testspiel im Rahmen des Trainingslagers im türkischen Belek trennen sich der FC Thun und der SC Paderborn torlos.

Beim SC Paderborn steht der grösste Star an der Seitenlinie: Stefan Effenberg.

Beim SC Paderborn steht der grösste Star an der Seitenlinie: Stefan Effenberg.

(Bild: Keystone Friso Gentsch)

Ruedi Kunz

Der FC Thun ist für den ersten Testmatch in Belek direkt vor die temporäre Haustür des Kantonsrivalen YB gefahren. Im schmucken Kleinstadion des edlen 5-Stern-Hotels Regnum Carya treffen die Oberländer auf den SC Paderborn 07, der einen Kürzestaufenthalt in der 1. Bundesliga hinter sich hat (Saison 2014/15). Nach der Sturm-und-Drang-Phase sind die Paderborner in eine Negativspirale geraten, die sie fast ans Ende der 2. Bundesliga spülte.

Als die Not immer grösser wurde, verpflichtete der Club im Oktober 2015 mit Stefan Effenberg einen Nothelfer, der als Spieler eine ganz grosse Nummer gewesen war. Dass der frühere Bayern-Star noch nie als Chefcoach gearbeitet hatte, wurde als kalkulierbares Risiko betrachtet. Bis dato ist die Rechnung nicht aufgegangen. Zwei Siege und vier Remis in 10 Partien sind keine Offenbarung. Das weiss auch der 47-Jährige, der sich nach dem bescheidenen Auftritt gegen den FC Thun alle erdenkliche Mühe gibt, Positives hervorzustreichen. Er lobt die Spieler für den «Biss» und «die Bereitschaft, 90 Minuten ans Limit zu gehen».

Effenberg, der einstige Weltstar mit grosser Klappe, ist als Trainer eines spielerisch limitierten Zweitligisten bescheiden geworden – das ist zumindest gewöhnungsbedürftig.

Gerangel um die Stammplätze

Auch beim FC Thun passt beim torlosen Remis gegen Paderborn nicht viel zusammen – zumindest in der Offensive nicht. Von den vier eingesetzten Stürmern vermag nur der bullige Ridge Munsy ein paar Nadelstiche zu setzen. In der Verteidigung macht der von YB ausgeliehene Marco Bürki einen verunsicherten Eindruck, und Stefan Glarner kann die lange Wettkampfpause wegen Verletzung nicht kaschieren. Erstgenannter wird es wie Bigler schwer haben, sich einen Stammplatz zu erkämpfen.

Ohnehin ist der Konkurrenzkampf bei den Thunern so ausgeprägt wie schon lange nicht mehr. 22 Feldspieler balgen sich um nicht einmal halb so viele Plätze an der Sonne. «Meines Wissens hatten wir noch nie so viele Leute mit so viel fussballerischer Qualität», sagt Dennis Hediger. Der Captain wird im Normalfall wie Guillaume Faivre, Thomas Reinmann, Fulvio Sulmoni, Enrico Schirinzi, Sandro Wieser und Nelson Ferreira zu den Fixstartern gehören beim Rückrundenstart gegen den FC St. Gallen.

Zuvor bestreiten die Thuner in der Südtürkei drei weitere Testpartien gegen Teams aus Polen (Gdansk), Deutschland (RB Leipzig) und Österreich (Sturm Graz). Anders als am Mittwoch beim Kontrahenten aus Paderborn steht bei diesen Clubs kein «Promi» an der Seitenlinie.

FC Thun - SC Paderborn 0:0
Regnum Carya, Belek (TR). – 100 Zuschauer
FC Thun (1. HZ): Faivre; Joss, Schindholz, Bürki, Bigler; Ferreira (5. Zarate), Hediger, Lauper, Schirinzi; Munsy, Peyretti.
Thun (2. HZ): Ruberto; Glarner, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Zarate, Wieser, Sutter, Rojas; Rapp, Buess.

Der Bund

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