Der Neuling verwaltet das Erbe

YB empfängt am Donnerstag, 14.9. Partizan Belgrad. Christian Fassnacht will die gute Bilanz in der Europa League wahren.

Christian Fassnacht (Mitte) drängt erstmals auf die Europa-League-Bühne und will dabei mit YB natürlich die Ellbogen ausfahren.

Christian Fassnacht (Mitte) drängt erstmals auf die Europa-League-Bühne und will dabei mit YB natürlich die Ellbogen ausfahren. Bild: Peter Schneider

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Es hat nicht sein sollen. Drei Wochen ist es her, seit die Young Boys im strömenden Regen von Moskau ihren Traum von der Champions League davonschwimmen sahen. Nach beherzter Leistung, Pech und etwas Unvermögen im Hinspiel blieb YB beim ZSKA chancenlos (0:2). Also: Europa League, mal wieder.

Die kleine Schwester der «Königsklasse» fliegt zumeist etwas unter dem Radar, hat weniger Zuschauer, generiert kleinere Umsätze. Für den BSC YB mag sich beim fünften Start vieles nach Pflicht anhören. Das Los bescherte ihm keinen Topclub, und mit Dynamo Kiew gibt es ein wenig attraktives Wiedersehen aus der CL-Qualifikation.

Das Zwischentief überwunden

Doch der heutige Vergleich (Anpfiff 19 Uhr, Stade de Suisse) mit dem serbischen Seriensieger Partizan Belgrad ist einer auf Augenhöhe. Fünfte Teilnahme hin oder her: Im jungen YB-Team gibt es den einen oder anderen Europa-Novizen. Zum Beispiel Christian Fassnacht. Der Zürcher hat in dieser Saison seine ersten Partien auf europäischer Bühne bestritten – und bei seiner Premiere gleich getroffen. Im Auswärtsspiel gegen Kiew erzielte er das zwischenzeitliche 1:2. Es war für YB in der Endabrechnung Gold wert und bedeutete das Playoff.

«Das war ein super Einstand für mich», sagt der 23-Jährige, «und das Tor gab mir Selbstvertrauen.» Im darauffolgenden Spiel bei GC gelangen ihm gar zwei Treffer – Fassnacht war der Mann der Stunde beim zum Saisonauftakt überlegenen YB. Doch wie die ganze Mannschaft konnte auch der Flügelspieler seine Form nicht ganz auf dem hohen Niveau halten und wartete eine Weile auf persönliche Erfolgserlebnisse – bis ihm gegen St. Gallen und Lugano zwei Assists gelangen. In der Liga gehörte er zuletzt zum Stamm.

«Die Spiele gegen Partizan sind in dieser Gruppe der Höhepunkt für uns», sagt Fassnacht. Die Partie in Belgrad werde sehr speziell. «Wir wollen weiterkommen, also ist ein Sieg am Donnerstag zum Auftakt Pflicht.»

Die Young Boys haben in der Europa League ein gewisses Erbe zu verteidigen. In den bislang vier Gruppenphasen schlugen sie sich immer beachtlich. Gleich bei der Premiere 2010/11 holte YB gegen Stuttgart, Getafe und Odense neun Punkte und qualifizierte sich für die Sechzehntelfinals, wo die Hürde Zenit St. Petersburg dann allerdings zu hoch war (2:1 und 1:3).

Zwei Jahre später erlebten die Berner bei Liverpool an der Anfield Road so etwas wie den vorübergehenden Höhepunkt der Europa-League-Geschichte. Gegen den englischen Traditionsclub und Udinese sowie Machatschkala sammelten sie zehn Punkte und schieden nur aufgrund des Torverhältnisses gegen die punktgleichen Engländer und Russen aus. Wiederum dauerte es zwei Jahre, ehe YB die Gruppenphase zum dritten Mal erreichte, diesmal gewannen die Berner gegen Bratislava, Prag und Napoli vier von sechs Partien. In der K.-o.-Runde bedeutete dann Everton (1:4 und 1:3) Endstation. Die bislang letzte Gruppenphase führte YB vor einem Jahr nach Piräus, Nikosia und Astana – mit acht Punkten scheiterte es der schlechteren Tordifferenz wegen im Vergleich zu den Griechen knapp.

Punkte müssen her

Für Schweizer Vereine wird es nicht einfacher werden, sich für die Champions League zu qualifizieren. Die Super League ist im Fünfjahres-Ranking der Uefa weiter zurückgefallen, momentan rangiert sie auf Platz 15, knapp vor Kroatien und Dänemark. Ab nächster Saison sind nur noch die Meister der zehn Top-Ligen direkt an der «Königsklasse» zugelassen. Heisst für die Schweiz: Auch der Meister muss das Playoff bestreiten, der Zweite kann sich den Weg über die Qualifikation ebnen. Würde die Schweiz abrutschen, hätte nur noch der Meister die Chance auf die CL. Um so wichtiger also auch für den Schweizer Koeffizienten, dass YB in der Europa League punktet. (Der Bund)

Erstellt: 14.09.2017, 06:41 Uhr

Gewappnet: Der Gegner bringt Ultra-Fans mit

Mit Partizan Belgrad ist heute Abend ein südosteuropäischer Traditionsverein zu Gast im Stade de Suisse. Die Mannschaft von Trainer Miroslaw Dukic ist in der serbischen Meisterschaft Seriensieger – und gewann auch im ehemaligen Jugoslawien 17 Meistertitel. Entsprechend beliebt ist der Verein in der serbischen Diaspora in ganz Mitteleuropa, und er wird, ähnlich wie bei den Auftritten von Borussia Mönchengladbach (2016) oder Fenerbahce Istanbul (2010), eine Menge Fans mitbringen.

Nebst 1800 Ultras aus Belgrad erwarten die Young Boys rund 2500 Partizan-Anhänger aus der Schweiz, aus Süddeutschland und Österreich. Entsprechend wurde dafür der Sektor B gegenüber der YB-Kurve für Gästefans zur Verfügung gestellt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind in Erwartung der als nicht ganz unzimperlich bekannten Partizan-Ultras nicht alltäglich, wie YB-Kommunikationschef Albert Staudenmann bestätigt. 2013 spielte der FC Thun im Europa-League-Playoff gegen Partizan Belgrad. Am Rande der Partie im Oberland wurden damals 44 serbische Anhänger festgenommen. (mrm)

Mögliche Aufstellung YB
Von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, Von Bergen, Lotomba; Fassnacht, Sanogo, Sow, Sulejmani; Assalé, Nsame. – YB ohne Hoarau, Bertone, Benito, Seferi (alle verletzt). – Einsatz fraglich: Aebischer (krank).

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