Das böse Gesicht

Auch am Tag danach findet es Christian Constantin noch legitim, den TV-Experten Rolf Fringer tätlich angegriffen zu haben.

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Ueli Kägi@ukaegi

Reue zeigt er nicht. Stattdessen erklärt Constantin, er habe Fringers Erinnerung auffrischen müssen und ihn deshalb attackiert. Es ist ein unheimlicher Satz, der viel über Constantin erzählt. Wer ihm im Weg steht, wird bestraft. Mit Verleumdung. Mit Klage. Mit Hetzjagd. Mit Vertragsbruch. Oder eben mit Gewalt. Nicht immer ist das sichtbar für die Öffentlichkeit. Doch diesmal sind die Bilder eindeutig. Christian Constantin muss für seine Attacke gegen Rolf Fringer jahrelang von allen Funktionen im Fussball ausgeschlossen werden.

Der 60-Jährige ist ein Wiederholungstäter. Er hat 2004 einen Schiedsrichter und dessen Assistenten körperlich attackiert. Er hat davor und danach eigenen Spielern übel nachgeredet. Er hat Trainer verspottet. Er hat sein Personal fortgejagt. Er hat Löhne einfach nicht mehr bezahlt. Er hat Schiedsrichter der Korruption bezichtigt.

Trotzdem ist der Sion-Präsident bislang immer durchgekommen. Beim Verband. Bei der Liga. Beim Publikum. Bei den Medien. Weil er ein Mann mit zwei Gesichtern ist. Wir haben zwar den Kopf geschüttelt, wenn er böswillig, aggressiv und unberechenbar aufgetreten ist. Constantin war aber auch immer wieder anders. So gelassen und gerissen, so unterhaltsam und frech. So CC. Im Berufsleben ein erfolgreicher Architekt und Unternehmer mit Villa, Ferrari und Privatjet. Als Fussballclubpräsident unaufhaltsam. Mit Sauerkrautgala und Millionenzuschüssen und Ausbrüchen.

Seine grossen sportlichen Träume zerstörte er mit seiner notorischen Ungeduld immer selbst. Seine Karriere als akzeptierter Chef des FC Sion hat er jetzt mit Schlägen zertrümmert.

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