Der grosse Bluff

In den Playoffs der Champions League gegen Gladbach geht es für YB um Millionen. Doch der Gegner ist vor dem heutigen Hinspiel in Bern ein einziges Fragezeichen.

Pressekonferenz im Stade de Suisse: Das verschmitzte Lächeln von Gladbachs Schweizer Nationalgoalie Yann Sommer (l.).

Pressekonferenz im Stade de Suisse: Das verschmitzte Lächeln von Gladbachs Schweizer Nationalgoalie Yann Sommer (l.).

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Während YB in der Meisterschaft bereits vier Spiele absolvierte, sensationell Donezk in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League eliminierte und die erste Cuprunde absolvierte, bestritt Gladbach in dieser Saison nach der EM noch keinen einzigen Ernstkampf und absolvierte bisher lediglich Testspiele wie zuletzt gegen Lazio Rom.

Doch bei der Generalprobe für den YB-Match liess sich Gladbachs Trainer André Schubert nicht in die Karten schauen und bluffte gewaltig. «Schubert rotiert die Bern-Spione schwindelig» titelte das Millionenblatt «Bild».

«Die Entscheidung ist noch nicht gefallen»

In der Tat, Schubert reizte bei der Nullnummer gegen die Italiener das Rotationsprinzip gleich im Übermass aus. Leistungsträger wie Jannik Vestergaard, Lars Stindl, Mo Dahoud, Fabian Johnson oder Patrick Herrmann gehörten nicht zur Startelf. Und in der zweiten Halbzeit tauschte der 45-Jährige gleich 12 Feldspieler aus, was für Djibril Sow und Tsiy Ndenge die Höchststrafe bedeutete, wurden sie nur 24 Minuten nach ihrer Einwechslung bereits wieder ausgewechselt.

«Wir haben bis zu dem Spiel in Bern noch viel Zeit. Die Entscheidung in Sachen Startelf ist daher noch nicht gefallen. Es kommen 16, 17 Spieler für einen Einsatz von Beginn an infrage», sagte Pokerface Schubert zu den Medien.

Unaufgeregter Yann Sommer

Und Manager Max Eberl ergänzte: «Es gibt nicht mehr nur die erste Elf. Es geht jetzt nur darum, die ersten vier Pflichtspiele bestmöglich zu bestreiten. Nach dem ausgefallenen Spiel gegen Mailand am Mittwoch war es gut, dass der Trainer gegen Lazio Rom allen Spielern Einsatzzeit gegeben hat.»

Sollte sich YB gegen Gladbach für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren, könnte das bis 20 Millionen Euro in die Berner Clubkasse spülen. Die Uefa schüttet 12 Millionen Startgeld plus 2 für die Teilnahme an den Playoffs aus. YB wären in der Gruppenphase drei ausverkaufte Heimspiele garantiert, was im Gesamtpaket 20 Millionen Euro bedeuten könnte.

An der Pressekonferenz im Stade de Swiss gab sich Gladbachs Schweizer Nationalgoalie Yann Sommer ganz entspannt und unaufgeregt. Nach der Auslosung hatte der ehemalige Basler Meistergoalie allerdings explizit vor dem Kunstrasen in Bern gewarnt.

DerBund.ch/Newsnet

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