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Der FCZ wurde unter Wert geschlagen

Die Zürcher spielten im San Siro ansprechend, doch der Exploit blieb aus. Sie verloren gegen Milan 1:3 und haben im Rückspiel nur noch geringe Chancen auf die Qualifikation.

Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Das Uefa-Cup-Hinspiel im San Siro: Die Milan-Spieler bejubeln Stahels unglückliches Eigentor, das die Italiener mit 1:0 in Führung bringt.
Keystone
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Kurz zuvor landete der Ball in Didas Tor: Stahels regulärer Treffer wird fälschlicherweise aber wegen Offside aberkannt.
Keystone
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Milan-Trainer Carlo Ancelotti stand nach einem schwachen Saisonstart unter Druck. Mit dem 3:1 hat sich seine Mannschaft eine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Zürich geschafft.
Keystone
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Der nach den jüngsten Resultaten arg in Bedrängnis geratene Milan-Trainer Carlo Ancelotti sprach am Tag vor dem Match gegen den FC Zürich: «Wir brauchen einen klaren Sieg und eine gute Darbietung, um aus unserer Krise herauszufinden. Und ein Erfolg mit ein paar Toren Differenz wäre ein erster Schritt in Richtung eines unserer Saisonziele, den Gewinn des Uefa-Cups.»

Das waren grosse Worte eines Trainers, der zwar über eine Anhäufung von Stars gebietet, von den ersten neun Spielen der Saison aber nur ein einziges gewonnen hatte. Und über den Gegner meinte er leicht despektierlich. «Der FCZ[0] ist ein lebendiges Team, aber er hat keine herausragenden Qualitäten.» Offensichtlich schätzte Ancelotti die Spielstärke des Gegners nicht ganz richtig ein. Denn der FCZ[0] zeigte im dürftig besetzten San Siro eine gute erste Halbzeit. Er spielte ruhig und abgeklärt, verfiel nie in Hektik, die Organisation stimmte fast immer.

Milan tat sich jedenfalls sehr schwer. Im Mittelfeld genügte lange Zeit nur Seedorf, der viel am Ball war. Ambrosini und Flamini, der Regisseur Pirlo hätte ersetzen sollen, blieben aber ohne grossen Einfluss auf das Spiel. Und Kakà war anzumerken, dass er nach einer langen Verletzungspause eben erst in die Mannschaft zurückgekehrt ist. Das Vierer-Mittelfeld konnte die Stürmer Pato und Schewtschenko so gut wie nie in Abschlussposition bringen.

Das korrekte Tor von Stahel . . .

Die Mailänder hatten vor der Pause kaum Torchancen. Nur einmal setzte sich Schewtschenko im Strafraum entscheidend gegen Tihinen durch und traf die Oberkante der Latte. Ancelotti hatte dem Ukrainer entgegen seiner Ankündigungen doch den Vorzug gegenüber Borriello gegeben. Doch zum Erstaunen der stetig unruhiger werdenden Tifosi hatte der FCZ[0] eine starke Antwort bereit. Abdi trat nach 39 Minuten einen Foulfreistoss in den Strafraum, Stahel lenkte den Ball mit dem Kopf ins Tor. Doch der Schiedsrichter-Assistent zeigte irrtümlicherweise eine Abseitsstellung des Zürcher Verteidigers an. Der Treffer war regulär gewesen, der FCZ[0] durch einen Fehlentscheid um die Führung gebracht worden.

. . . und das Eigentor von Stahel

Und nur wenig später wurde Stahel gleich nochmals bestraft. Er lenkte einen Schuss Jankulovskis für Leoni unhaltbar ins eigene Netz ab. Das Tor fiel in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit, es schmeichelte den Mailändern. Und der FCZ[0] geriet im dümmsten Moment in Rückstand, wie es im Jargon heisst. Er hätte sich mindestens ein Remis zur Pause verdient gehabt, nun lag er aber 0:1 zurück.

Das Pech blieb den Zürchern auch in der Folge treu. Nach 55 Minuten verlängerte Tihinen einen Einwurf Aegerters in den Fünfmeter-Raum, wo Alphonse im Stürzen nur den Pfosten traf. Nur Sekunden später fiel auf der Gegenseite der zweite Treffer: Milan-Jungstar Pato wuchtete einen Freistoss aus 22 m wunderbar ins Lattenkreuz. Es war ein Traumtor, das dem Spielverlauf indes nicht entsprach. Die Italiener waren bis dahin zwar viel öfter im Ballbesitz gewesen, doch ihr Auftritt war nicht überzeugend.

Brillant war hingegen ihre Effizienz im Abschluss. Diese bewiesen sie auch beim 3:0, als Stahel am Strafraum einen Ball verstolperte und Borriello danach Leoni mit einem harten Schuss in die rechte Ecke schlug. Der Dreitore-Rückstand war für den FCZ[0] deprimierend, aber er rappelte sich noch einmal auf. Djuric gelang nach 78 Minuten mit einem herrlichen Freistoss via Lattenunterkante das 1:3, das den Zürchern die Hoffnung zurückbrachte.

Djurics Tor des Abends

Der FCZ[0], das ist eindeutig, wurde im San Siro unter Wert[0] geschlagen[0]. Er spielte besser, als die 1:3-Niederlage vermuten lassen könnte - aber eben doch nicht gut genug, um die Überraschung zu schaffen. Leoni war schuldlos an den Gegentoren, in der Abwehr spielte Tihinen gut, Barmettler und Stucki agierten ihren Qualitäten entsprechend und Stahel ausgesprochen glücklos. Er hätte zum Mann des Spiels werden können, wurde aber nur zum Pechvogel. Aegerter und Okonkwo hielten die Mannschaft lange Zeit gut zusammen, in der Offensive zeigten vorab Abdi und Alphonse ihre Gefährlichkeit. Und Djuric erzielte das Tor des Abends.

Das 1:3 lässt den Zürchern vor dem Rückspiel am 2. Oktober im ausverkauften Letzigrund eine minimale Chance auf die Qualifikation. Wer aber um die Abwehr- und vor allem die Konterstärke italienischer Spitzenmannschaften weiss, der kann nicht optimistisch sein.

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