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Der Cup, der einst von Trump ausgelost wurde

Der englische Ligacup heisst neu Carabao-Cup, verliert immer mehr an Bedeutung und wird dieses Jahr sogar in Asien ausgelost.

Der neue Hauptsponsor aus Thailand – Energydrink-Hersteller Carabao. Bild: Twitter Carabao Cup

Stellen Sie sich vor, die Auslosung zur nächsten Runde des Schweizer Cups findet nicht in der Schweiz, sondern in Japan statt, und der Wettbewerb heisst neuerdings Nintendo Cup. Dies ist eigentlich kaum vorstellbar, doch in England ist es seit 1980 Realität.

Der englische Ligacup, dessen vierte Runde ausgetragen wird, ist ein Marketingvehikel, er wurde in den Sechzigern von der Liga gegründet. Aus einem simplen Grund: Das Aufkommen von Flutlichtern in den Stadien ermöglichte die Abendspiele unter der Woche. Anders als beim FA-Cup nehmen nur die Clubs aus den ersten vier Ligen teil. Dem Sieger winkt als Anreiz eine Teilnahme in der Europa League.

Von Milch bis zu Trump

Seinerzeit wurde der Wettbewerb ohne Hauptsponsor ausgetragen, seit der Saison 1981/82 wurde der Name jedoch an Sponsoren verkauft – zuweilen reichlich absurde. Sie reichten von Milch über Wettfirmen bis zum britischen Elektrounternehmen Rumbelows, welches den Cup zwei Jahre lang sponserte. Das Spezielle am Rumbelows-Cup war weniger der Name, sondern wer bei einer Auslosung 1991 dabei war. Der jetzige amerikanische Präsident Donald Trump. In seinem Trump Tower in New York zog er persönlich die Auswärts-Mannschaften für die Viertelfinals.

In der Zwischenzeit heisst der Wettbewerb Carabao-Cup, benannt nach einem thailändischen Energydrink-Hersteller. Die Marke, die auch schon den englischen Meister Chelsea und den Zweitligisten Reading sponsert, unterschrieb mit der Liga einen Vertrag bis 2020. Die Kooperation mit dem asiatischen Getränkehersteller sorgte dafür, dass die Auslosung für die erste Runde des diesjährigen Wettbewerbs in Bangkok stattfand, und die der zweiten Runde in Peking. Clubs und Fans erfuhren um 4 Uhr morgens, gegen wen sie als Nächstes spielen.

Unbeliebter Wettbewerb

Carabao ist insgesamt der achte Namenssponsor. Kein Wunder, ist die Bedeutung des Cups verhältnismässig gering. So wurde er einst wegen des geringen Interesses der Premier League Clubs auch als Worthless Cup bezeichnet, nach dem damaligen Sponsor, dem Bierhersteller Worthington. Die Trainer spielen nur selten mit ihrer besten Mannschaft, und Fans bleiben den Spielen aus diesem Grund fern. Nur den wenigsten bedeutet der Gewinn dieses Cups noch etwas. Eine Statistik der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass der Trainer, der den League Cup gewann, in sieben von zehn Fällen mindestens ein Jahr später bereits wieder entlassen wurde.

Selbst Zweitligisten konzentrieren sich lieber auf die Liga, spielen nicht mit ihren Topspielern und versuchen erst gar nicht, eine Cup-Sensation zu schaffen. Neben der Premier League, dem FA-Cup, der Champions und Europa League gibt es in England schon genug Spiele – hinzu kommt, dass es keine Winterpause gibt. Der Wettbewerb ist fast nur noch für ausländische Sponsoren interessant. Dennoch lässt sich der Wettbewerb gerade in Asien wegen der Marke Premier League und den asiatischen Fans gut verkaufen, und generiert ein grosses Medieninteresse.

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