Zum Hauptinhalt springen

Der befreite Nsame

Beim 2:0-Heimsieg im Spitzenkampf gegen Lugano agieren die Young Boys abgeklärt und stabil. Jean-Pierre Nsame trifft doppelt.

Avanciert mit seinen zwei Treffern zum Matchwinner: Jean-Pierre Nsame.<br><i>(Video: Tamedia/SRF)</i>

Es ist ja so etwas wie ein Spitzenkampf, der am Sonntag zwischen YB und Lugano ausgetragen wird, haben doch beide Teams die Möglichkeit, mit einem Sieg die Tabellenspitze zu übernehmen. Eine vielversprechende Ausgangslage für einen spannenden, kurzweiligen Sommernachmittag bei prächtigem Wetter und imposanter Kulisse, wobei unter den offiziell 24091 Zuschauern doch einige mit Ferienabwesenheit glänzen. Und eine Ausgangslage, in der sich die Young Boys als Herausforderer des Leaders schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr befunden haben.

Respekt vor Luganos Kontern

Nun: Vom Prädikat «spitze» ist diese Partie in etwa so weit entfernt, wie es die Konkurrenz in den letzten zwei Saisons von YB war. Einen Kampf bietet die Begegnung aber sehr wohl. YB-Trainer Gerardo Seoane wird nach Spielschluss von einem «taktischen Geplänkel» sprechen und sein Antipode Fabio Celestini davon, dass beide Teams gut eingestellt gewesen seien und darauf bedacht, keine Fehler zu begehen. Seoane sagt, er habe seine Mannschaft bewusst defensiver eingestellt und tiefer stehen lassen, um nicht in einen der gefährlichen Konter der Tessiner zu laufen, die mit Mattia Bottani und dem ehemaligen YB-Akteur Alexander Gerndt zwei ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet in ihren Reihen wissen.

Der taktische Kniff verfehlt seine Wirkung nicht. Die Luganesi, die am ersten Spieltag mit einem 4:0 beim FC Zürich an die Tabellenspitze stürmten, tauchen äusserst selten gefährlich in der Nähe des YB-Tores auf: Ein Heber von Bottani landet ein paar Meter zu weit rechts, ein Freistoss von Gerndt fliegt deutlich drüber, und einen Weitschuss von Marco Aratore kann Goalie David von Ballmoos ohne Probleme behändigen. «Ich darf dem Team ein grosses Kompliment machen», sagt Seoane.

Der eiskalte Stürmer

Alles wie gehabt also? Der Meister, der souverän von einem Sieg zum anderen schreitet und dem Rest der Liga schon bald enteilt sein wird? Nicht ganz. Den Young Boys fehlt in dieser Saison noch die spielerische Klasse. Zwar kombinieren die Berner bisweilen gefällig. Wie beim 1:0 nach einer Viertelstunde, als Ulisses Garcia nach feinem Doppelpass mit Vincent Sierro in die Mitte legt, wo Jean-Pierre Nsame abschliesst. Oder beim 2:0 nach einer Stunde, als wieder Garcia einen Abschlag von Lugano-Goalie Noam Baumann abfängt und Roger Assalé bedient, der nach der verletzungsbedingten Auswechslung Marvin Spielmanns zum Saisondebüt kommt. Den Pass des Ivorers spitzelt Michel Aebischer zum eiskalten Doppeltorschützen Nsame.

Meistens verheddern sich die Young Boys gegen die bissigen Tessiner aber. Auch Seoane weiss, dass sein Team in neuem Gewand noch nicht elegant auftritt. Der Trainer hebt aber das Positive hervor und lobt Nsame, der in Abwesenheit des verletzten Guillaume Hoarau deutlich befreiter und torgefährlicher agiert: «Ich bin sehr glücklich, konnte Jean-Pierre Verantwortung übernehmen.» Nsame wird in den nächsten Wochen noch mehr Gelegenheit dazu erhalten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch