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«Das wird ein Chrampf in Basel»

Die erste Hürde zur Weltmeisterschaft ist geschafft. Trotz Sieg und Favoritenrolle: Die Experten mahnen zur Vorsicht.

Was für eine Erlösung für die Schweiz, was für ein Spiel für Ricardo Rodriguez: Der junge Aussenverteidiger erzielt das goldene Tor im Hinspiel der WM-Barrage in Belfast gegen Nordirland und wirft vor lauter Freude sein Trikot in die Fankurve.
Was für eine Erlösung für die Schweiz, was für ein Spiel für Ricardo Rodriguez: Der junge Aussenverteidiger erzielt das goldene Tor im Hinspiel der WM-Barrage in Belfast gegen Nordirland und wirft vor lauter Freude sein Trikot in die Fankurve.
AP
Von Nationaltrainer Vladimir Petkovic erhält Rodriguez nach dem Spiel die verdienten Glückwünsche für seinen Treffer. Der Coach ist nun nahe am Ziel: die Schweiz an die WM nach Russland zu führen.
Von Nationaltrainer Vladimir Petkovic erhält Rodriguez nach dem Spiel die verdienten Glückwünsche für seinen Treffer. Der Coach ist nun nahe am Ziel: die Schweiz an die WM nach Russland zu führen.
AP
Eine einmalige Stimmung herrscht im Nationalstadion, mit 18'500 Zuschauern restlos ausverkauft. Die Green & White Army, wie sich die Fans des nordirischen Teams selbst bezeichnen, feiert den Auftritt auf der grossen Barrage-Bühne gegen die Schweiz.
Eine einmalige Stimmung herrscht im Nationalstadion, mit 18'500 Zuschauern restlos ausverkauft. Die Green & White Army, wie sich die Fans des nordirischen Teams selbst bezeichnen, feiert den Auftritt auf der grossen Barrage-Bühne gegen die Schweiz.
Reuters
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Der Morgen nach dem Spiel. Checkout im Park Inn Hotel in Belfast. «War alles in Ordnung?», fragt die Rezeptionistin höflich. «Ja danke», antwortet der Hotelgast, und schiebt nach: «Aber es war kein Penalty!». Der spielentscheidende Strafstoss also, er dominiert die Spalten in den nordirischen Zeitungen. Eine Schande, sei er, dubios und skandalös. Und auch Xherdan Shaqiri, der das Handspiel, das eben keines war, mit seinem Schuss erst ermöglicht hat, gestand nach dem Schlusspfiff: «Ich habe nicht genau verstanden, was der Schiedsrichter gepfiffen hat.»

Daraus müsse man keine grosse Geschichte machen, sagt der ehemalige Nationalgoalie Pascal Zuberbühler am Morgen nach dem Spiel. Er sagt es mit der Lockerheit eines Gewinners. «Solche Sachen gehören halt zum Fussball, irgendwann wird man belohnt.» Ähnlich klingt es bei Teleclub-Kommentator Dani Wyler. Er merkt an: «Der Schuss von Shaqiri hätte auch ins Tor gehen können, das ist Wettkampfglück.» Einzig der frühere SRF-Experte Hanspeter Latour fühlt ein wenig mit den Nordiren mit und sagt: «Das ist bitter. Für sie wäre es eine grossartige Ausgangslage gewesen, sie hätten sich ruhig zurücklehnen können.»

Die Baustellen waren keine

Was den Rest des Spiels anbelangt, sind sich die Experten einig. Sie sahen eine ganz andere Nationalmannschaft als noch in Portugal. «Obwohl», sagt Zuberbühler, «in den ersten Minuten hatte ich plötzlich kein gutes Gefühl.» Er spricht dabei die Szene an, in der ein Nordire Steven Zuber auf die Ferse stand. «Dann noch Fabian Schärs gelbe Karte früh im Spiel, da wurde ich unsicher.» Die Mannschaft habe sich aber sehr gut gefangen, war bereit und sei marschiert.

Im Vorfeld der Partie wurden die Positionen im zentralen Mittelfeld und auf dem linken Flügel oft als Baustellen betitelt. Davon sei im Spiel aber nichts zu sehen gewesen. Zuber und Zakaria, die Mehmedi und Behrami ersetzt hatten, hätten ihre Arbeit hervorragend gemacht, so Zuberbühler.

Alles in allem also eine gute Mannschaftsleistung, das bestätigt Zuberbühlers ehemaliger Trainer bei der Nationalmannschaft: Köbi Kuhn. Er unterstützte das Team in Belfast im Stadion und war zufrieden mit dem Gezeigten. «Die Mannschaft hatte das Spiel stets im Griff, sie musste jedoch aufpassen, dass sie nicht in einen Konter läuft.»

«Dzemaili ist nicht abgefallen»

Nun geht es also in Basel um alles, wenn die Schweiz am Sonntag um 18:00 Uhr die Nordiren empfängt. «Ein Chrampf», prophezeit Zuberbühler. Trotz Sieg also: «Das Rückspiel wird kein Selbstläufer.» Und Latour warnt gar: «Ein dummer Rückpass, ein grobes Missgeschick – und es ist schon wieder ausgeglichen. Sowas passiert im Fussball.»

Der Tenor ist aber eindeutig: Trainer Petkovic soll die gleiche Mannschaft aufs Feld schicken. «Höchstens Fabian Frei könnte eine Option für Dzemaili sein», überlegt Wyler. Dzemaili stand in letzter Zeit in Kritik, vor allem wegen fehlender Spielpraxis. Wyler merkt aber an, dass Dzemaili eine gute Partie gezeigt habe. Und auch Zuberbühler sagt: «Dzemaili ist nicht abgefallen.»

Nun fordert der Teleclub-Experte: «Das Team muss genau gleich konzentriert zu Werke gehen, man darf den Gegner jetzt nicht auf die leicht Schulter nehmen.» Und Kuhn schliesst die Runde ab: «Damit sie uns am Sonntagabend alle fröhlich und glücklich machen.»

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