Das Schlachten von Schafen im Stadion ist zu unterlassen

Schachtjor Karagandy hat vor dem Playoff-Hinspiel gegen Celtic ein Schaf im Stadion geschlachtet. Das blutige Ritual dürfte sich heute in Glasgow kaum wiederholen.

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Florian A. Lehmann@tagesanzeiger

Der 2:0-Sieg von Schachtjor Karagandy letzte Woche gegen Celtic war die grosse Überraschung bei den Playoff-Hinspielen zur Champions League. Der kasachische Vertreter behauptete nach dem Coup, dass der unerwartete Erfolg gegen die Schotten auch deshalb zustande gekommen sei, weil man vor dem Kick-off im Stadion ein Schaf geschlachtet habe. Das hätte Glück gebracht. «Jeder Verein hat seine eigenen Rituale. Diese Tradition gab es schon, bevor wir zum Verein gekommen sind», meinte Trainer Wiktor Kumykow.

Vor dem heutigen Rückspiel in Glasgow verwirrte der Coach von Karagandy die überwiegend britischen Medienvertreter. Als er gefragt wurde, ob das Ritual erneut zur Anwendung käme und woher er dann überhaupt ein Tier zur Schlachtung erwerben wolle, meinte der Trainer schelmisch lächelnd: «Möglicherweise machen wir das wieder. Soweit wir wissen, ist die Landwirtschaft in Schottland sehr weit verbreitet. Es sollte also kein Problem sein, ein Schaf zu finden.» Das Gelächter im Medienraum war riesig.

Der Protest der Peta

Ein Sprecher von Celtic sah sich dennoch genötigt, nach dem Auftritt des Trainers zu erklären, dass das Schlachten eines Schafes im Fussballstadion auf keinen Fall passieren würde. Es ist kaum anzunehmen, dass die einheimischen Fans eine solche blutige Demonstration aus Kasachstan im heimischen Celtic Park wirklich goutieren würden. Auf keinen Fall goutiert hat das Schlachten des armen Tiers vor einer Woche die Tierrechtsorganisation Peta. Sie forderte Uefa-Boss Michel Platini in einem Brief auf, solche Schlachtereien in Fussballstadien explizit zu verbieten und den kasachischen Verein zu bestrafen.

Unabhängig vom Ergebnis und einem allfälligen blutigen Intermezzo wird Schachtjor Karagandy als erster Club aus Kasachstan die Gruppenphase eines Uefa-Wettbewerbs erreichen – dem geschlachteten Schaf sei Dank.

DerBund.ch/Newsnet

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