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Das Messer wieder am Hals

Roberto Di Matteo droht mit Aston Villa trotz Millionensegen aus China in der zweiten englischen Liga der nächste Imageschaden.

Die 0:3-Niederlage gegen ManCity war zu viel: Nach dem guten Saisonstart mit West Bromwich Albion 2011 muss Roberto Di Matteo den Club verlassen.
Die 0:3-Niederlage gegen ManCity war zu viel: Nach dem guten Saisonstart mit West Bromwich Albion 2011 muss Roberto Di Matteo den Club verlassen.
Keystone
Der erste grosse Coup mit West Brom in der Premier League: Roberto Di Matteo beglückwünscht den Chilenen Gonzalo Jara, der bei beim 3:2-Sieg bei Arsenal das 2:0 geschossen hatte.
Der erste grosse Coup mit West Brom in der Premier League: Roberto Di Matteo beglückwünscht den Chilenen Gonzalo Jara, der bei beim 3:2-Sieg bei Arsenal das 2:0 geschossen hatte.
Reuters
In der Premier League misst sich Jungstrainer Di Matteo mit den Grossen der Fussballwelt (im Bild mit Ex-Liverpool-Trainer Roy Hodgson).
In der Premier League misst sich Jungstrainer Di Matteo mit den Grossen der Fussballwelt (im Bild mit Ex-Liverpool-Trainer Roy Hodgson).
Keystone
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Roberto Di Matteo kämpft um seinen Job. So schreibt das «The Guardian» nach dem 1:1 vom vergangenen Dienstag zwischen Aston Villa und Barnsley. Es ist das sechste Unentschieden aus den vergangenen sieben Spielen und es fühlt sich für Di Matteo wieder wie eine Niederlage an. Anmerken lässt er sich das nicht, «das Team braucht noch mehr Zeit, um sich zu festigen», sagt der Italo-Schweizer trotzig.

Die Zeit aber scheint für Di Matteo in der Championship bereits vier Monate nach Amtsantritt abgelaufen. Nach zehn Spielen in der zweithöchsten englischen Liga klebt Aston Villa mit zehn Punkten auf Rang 17 im unteren Teil der Tabelle fest – die schnelle Rehabilitation nach dem Abstieg aus der Premier League scheint mehr denn je in weiter Ferne.

Mit einem geschätzten Marktwert von über 100 Millionen Euro verfügt Aston Villa in der Championship über das zweitwertvollste Kader – und das obwohl namhafte ehemalige Premier-League-Clubs wie Birmingham, Fulham, Leeds, Newcastle, QPR und Wigan auch in dieser Liga mitmischen.

Das Team von Di Matteo läuft Gefahr mit elf Punkte Rückstand auf die Spitze die Chancen auf einen Aufstiegplatz schon im Herbst zu verspielen. Eine frostige Vorstellung für den neuen Clubbesitzer aus China.

Tony Xia heisst der schwerreiche Tycoon aus dem Fernen Osten. Dem Investor gefällt der Fussball aus dem Westen so gut, dass er seinen neuen Club, den er für rund 75 Millionen Franken kaufte und nun in der Heimat gross rausbringen will.

Nebst den Big Five wie Arsenal, Chelsea, Liverpool, ManUnited und ManCity soll Aston Villa bis in fünf Jahren nicht nur zu den grössten Clubs der Premier League, sondern auch Europas gehören – sprich auch irgendwann die Champions League gewinnen.

Flucht nach vorne

Einer, der weiss, wie das geht, ist Roberto Di Matteo, der als Assistenztrainer beim FC Chelsea 2012 unerwartet zum Cheftrainer befördert wurde und prompt die Königsklasse gewann. Nach dem Siegesrausch folgten jedoch die sportliche Depression, die schnelle Entlassung und eine Auszeit von zwei Jahren.

Voller Tatendrang meldete er sich bei Schalke zurück im Trainergeschäft – ohne Erfolg. Nach etwas mehr als einer halben Saison in Gelsenkirchen erlebte der 45-jährige Schaffhauser erneut sein blaues Wunder und musste gehen. Nun ist er zwar wieder ein Jahr älter und bei Aston Villa wieder um eine Erfahrung reicher, steht aber erneut vor einem Scherbenhaufen.

Wie so oft hilft da nur die verbale Flucht nach vorne: «Ende Saison gehören wir zu den besten sechs Teams der Liga», sagt Di Matteo cool, verliert er am Wochenende jedoch das nächste Spiel, dürfte auch diese Phrase für den Investor kaum mehr von Bedeutung sein.

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