Das Dilemma

Bei Grädel wird's musikalisch.

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I’ve paid my dues, time after time. I’ve done my sentence, but committed no crime. And bad mistakes, I’ve made a few. I’ve had my share of sand kicked in my face, but I’ve come through!

Leugnen ist zwecklos. Ja, Grädel hat an diesem 28. April mitgesungen, obwohl er diesen einen Song jahrelang verfluchte. Aber dann war da diese plötzliche Glückstrunkenheit, die Gruppendynamik, und dann ist es eben passiert. Nüchtern betrachtet, gibt es nach wie vor keine rationellen Gründe, welche das rechtfertigen täten. Ob bei der Abschlusszeremonie der Sackhüpfweltmeisterschaft oder nach der Rangverkündigung am Grümpelturnier in Rüschegg: Weltweit werden die Lautsprechermembranen am Ende mit dieser pathosgeschwängerten und abgehalfterten Hymne malträtiert. Immer, überall, ausnahmslos.

We are the champions, my friends. And we’ll keep on fighting ’til the end. We are the champions, we are the champions. No time for losers, ’cause we are the champions of the world!

Dass Grädel letzten Sonntag schon wieder in die Queen-Falle getappt ist, macht das Ganze nur noch peinlicher und ist die gerechte Strafe dafür, die Wartezeit zwischen dem Schlusspfiff und der Pokalübergabe mit ein paar weiteren Bier überbrückt zu haben. Wobei bei der Gelegenheit auch mildernd angemerkt werden muss, dass gerade jetzt wieder massenhaft ganz ganz schlechte Fussballsongs in Frühenglisch die Gehörgänge fluten und selbst staatliche Rundfunkanstalten mit offensichtlichem Bildungsauftrag nicht davor zurückschrecken, diese gegen ihr Publikum einzusetzen. Und Brian May, der Queen-Gitarrist, mag zwar wie David Luiz in etwas älter aussehen, hat aber immerhin mit einer Untersuchung der Radialgeschwindigkeiten im interplanetaren Staub doktoriert und muss ergo etwas in der Birne haben – auch wenn er sich von Beginn bis Abgabe satte 37 Jahre Zeit gelassen hat!

Wenn man sich «We are the champions» übrigens einmal ganz aufmerksam anhört – am besten mit richtig schön dicken Kopfhörern – merkt man auch als Banause in Komposition und Harmonielehre, dass Instrumentierung und Arrangement hier höhere Schule sind; das kann nicht jeder einfach so auf einer Lagerfeuer-Gitarre dahinschrammeln. Aber deswegen einfach immer gleich mitzugröhlen, das geht wirklich nicht. Grädel gelobt, sich bei den nächsten Gelegenheiten wieder zusammenzunehmen. (Der Bund)

Erstellt: 17.05.2018, 07:18 Uhr

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