«Dann ist der FCZ nicht zu retten»

Trainer Hyypiä spricht nach dem 0:4 gegen Thun klare Worte, seine Spieler folgen und schauen besorgt voraus.

Enttäuscht und ernüchtert vom eigenen Versagen. Hyypiä mit Verteidiger Kecojevic.

Enttäuscht und ernüchtert vom eigenen Versagen. Hyypiä mit Verteidiger Kecojevic.

(Bild: Keystone)

Christian Zürcher@suertscher

Wenn selbst der Gegenspieler nach dem Spiel von Mitleid spricht, dann ist etwas Besonderes passiert. Der Thuner Schirinzi sprach von einem Gegner ohne Selbstvertrauen, der FCZ tue ihm leid. Das war von Schirinzi trefflich beobachtet, Zürich verlor 0:4 und spielte mutlos, miserabel, ohne jegliche Überzeugung.

«Seit Wochen spielen wir einen Sch...»Yanick Brecher, Goalie

Entsprechend ernüchtert gaben sich die Spieler nach der Partie. «Seit Wochen spielen wir einen Sch...», sagte Goalie Yanick Brecher, «die Pfiffe der Fans sind berechtigt und verdient.» Minutenlang standen die FCZ-Spieler vor den mitgereisten Fans. Diese sangen sich zuvor 90 Minuten lang durch Kälte und Resultat, das war bewundernswert, dann schimpften und pfiffen sie, verwarfen Hände und fluchten.

Den Abstiegskampf will Brecher nicht wegdiskutieren, die Punktgewinne von Vaduz und Lugano machen ihn jedoch nicht nervös: «Wir müssen nur auf uns schauen, wir haben es in den eigenen Händen.» Tatsächlich spielt der FCZ in den verbleibenden fünf Spielen noch zu Hause gegen Lugano und Vaduz.

Davide Chiumiento sah dies etwas anders als sein Goalie: «Wenn wir so spielen, sind wir darauf angewiesen, was die Gegner machen.» Er schäme sich für den Auftritt, er habe keine Erklärung dafür – und probierte es trotzdem: «Nach dem ersten Tor kamen alle Ängste wieder hoch, und wir verkrampften uns.»

«Wir waren kein Team.»Sami Hyypiä, Trainer

Trainer Sami Hyypiä begann seine Spielanalyse mit dem Vermerk zur guten Vorbereitung, die man aber bereits nach Anpfiff habe wegwerfen können. Er versuchte zu ergründen, weshalb seine Mannschaft versagte, und scheiterte selbst daran: «Ich weiss es nicht.» Nicht einmal über die von ihm vielzitierte Arbeit und den Kampf kam der FCZ ins Spiel. Also sagte Hyypiä: «Wir waren kein Team.» Tatsächlich agierten seine Spieler fast schon kampflos. Die Chancen im Abstiegskampf benannte er sehr absolut: «Wenn wir so weiterspielen, ist der FCZ nicht zu retten.»

Es war ungemütlich für Hyypiä auf dem Medienpodest, schliesslich musste er noch die Frage über sich ergehen lassen, ob er noch lange FCZ-Trainer sei. Darauf antwortete er: «Das müssen Herr und Frau Canepa entscheiden.»

DerBund.ch/Newsnet

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