Cooler FCB trifft vor der Pause dreimal gegen YB

Die Young Boys verabschieden sich mit einer 2:3-Niederlage gegen Meister FC Basel im Stade de Suisse vom Heimpublikum. Das neue Hoffen hat schon begonnen.

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Mit einem langen Spruchband verabschiedeten sich die YB-Spieler von ihrem treuen Publikum. «Wir freuen uns auf 2016/17 mit euch! Danke für alles!», prangte in grossen Lettern auf der Banderole, die sie Richtung Zuschauer trugen.

Die Saison in der Super League geht erst am Mittwoch mit dem Spiel in Thun zu Ende. Doch in knapp zwei Monaten beginnt wieder die schönste Zeit für YB und seine Fans. Die Tage vor dem Start zur neuen Saison sind geprägt von Frohlocken, Zuversicht, auch von leichtsinnigem Übermut.

Diese Tage kurz vor dem Saisonauftakt, der am 23. und 24. Juli erfolgen wird, können den Young Boys nichts anhaben. Dann sind sie punktgleich mit dem FC Basel, und die Hoffnung, dass diesmal alles besser wird, macht alles wunderbar.

Doch so weit ist es noch nicht. Die Realität sieht anders aus, die da lautet: wieder 17 Punkte Rückstand auf den FCB. Gestern Nachmittag mussten die Young Boys gegen die Basler mit dem 2:3 in einem zugegeben ziemlich bedeutungslosen Match nach 14 Heimspielen ohne Niederlage wieder einmal als Verlierer vom Feld im Stade de Suisse.

Es ist auch die erste Heimniederlage unter Trainer Adi Hütter, sofern man das 1:3 gegen den FCZ im Achtelfinal des Schweizer Cups einfach trotzig ausblendet.

Und mit dieser Niederlage sind die Young Boys auch nicht mehr das beste Team der Rückrunde. Der FCB hat auch in dieser Statistik YB wieder überholt.

YB und die Abwehrschwächen

Die Liste der Abwesenden beim FC Basel umfasste 10 Namen, darunter solche wie Janko, Embolo, Lang, Xhaka oder Samuel. Dennoch benötigte der FCB gerade drei Möglichkeiten, um in der ersten Halbzeit drei Tore zu erzielen.

Dies, weil Vilotic, dessen Befreiungsschlag genau bei Traoré landete, von Bergen und Lecjaks beim 0:1 von Delgado in der 10. Minute nicht gut aussahen; dies, weil Mvogo einen Schuss von Callà genau in die Füsse von Boëtius lenkte, der sich mit dem 0:2 nach 31 Minuten bedankte; und dies weil Callà, von Fransson lanciert, in der 44. Minute an die Grundlinie durchlaufen konnte und Boëtius prächtig für den dritten Basler Treffer bediente.

Der Holländer, sonst meist Ergänzungsspieler, stand innert dreizehn Minuten zweimal genau an der richtigen Stelle. «Wir waren in der ersten Halbzeit effizient, sehr effizient», sagte Basels Trainer Urs Fischer.

Nach dem 0:4 vor Wochenfrist in Luzern hatte Fischer in Bern einen andern Auftritt seiner Mannschaft verlangt, und seine Spieler lieferten die geforderte Reaktion.

Die Young Boys waren bemüht, sie liessen sich nicht hängen, schufen sich auch Möglichkeiten, doch im Abschluss wollte lange nichts gelingen. Und in defensiver Hinsicht zeigte YB Schwächen.

Das ist nun weiss Gott keine neue Erkenntnis. Wenn YB in Zukunft «eine Mannschaft zusammenhaben wird», wie es Hütter formulierte, «welche die Lücke zum FC Basel schliessen kann», dann darf vermutet werden, dass bei der Suche nach Verstärkung vor allem nach Spielern Ausschau gehalten wird, die auch stark sind, wenn der Gegner den Ball hat.

Nuzzolos Abschiedsgeschenk

In der Schlussphase gegen Basel gelang YB noch verdiente Resultatkosmetik zum 2:3. Raphael Nuzzolo erzielte nach seiner Einwechslung beim letzten Auftritt im YB-Dress im Stade de Suisse das Tor zum 1:3 und wurde von den YB-Fans gebührend gefeiert. Und Guillaume Hoarau traf in seinem 21. Meisterschaftsspiel in dieser Saison zum 17. Mal.

Nuzzolo hatte beim Gang in die Kabine den Matchball unter den Arm geklemmt. «Ibrahimovic nimmt den Ball jeweils bei einem Hattrick mit nach Hause. Ich darf das bereits nach einem Tor», lachte er.

«Schade, haben wir nicht noch das 3:3 geschafft, aber für mich war das ein schöner Abschied. Ich hab auf der Bank gewartet, bis ich aufs Feld durfte und dann habe ich getroffen», sagte der Neuenburger, der zu seinem Herzensclub Xamax zurückkehrt. «Ich bin keiner von YB, ich bin aus Neuenburg.

Dennoch durfte ich Anerkennung erleben bei YB, von vielen Menschen. Ich habe auch viel erlebt, Siege, Niederlagen, Krisen, Freude. Ich hoffe, wir sehen uns wieder, denn das würde bedeutet, dass Xamax wieder aufsteigt.»

Die Hoffnung war überall gestern im Stade de Suisse.

Der Bund

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