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Bundesliga-Profi drohen Abschiebung und Haft

Am Dienstag war die Welt von HSV-Stürmer Bakery Jatta noch in Ordnung – jetzt könnte sich für ihn alles verändern.

Bakery Jatta kam 2015 nach Deutschland. Damals sei er 17 Jahre alt gewesen. In seiner gambischen Heimat habe er zuvor nur Strassenfussball gespielt.
Bakery Jatta kam 2015 nach Deutschland. Damals sei er 17 Jahre alt gewesen. In seiner gambischen Heimat habe er zuvor nur Strassenfussball gespielt.
Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images
Nach einem Probetraining beim Hamburger SV, damals noch in der 1. Bundesliga, unterschrieb er ein Jahr später mit 18 einen Vertrag. Seine Geschichte ging durch die Medien.
Nach einem Probetraining beim Hamburger SV, damals noch in der 1. Bundesliga, unterschrieb er ein Jahr später mit 18 einen Vertrag. Seine Geschichte ging durch die Medien.
Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images
Anfang September: Bakery Jatta bedankt sich bei den Fans. Drei Zweitligisten ziehen ihren Einspruch gegen die Wertung der Liga-Spiele gegen den Hamburger SV zurück, nachdem seine Identität bestätigt ist.
Anfang September: Bakery Jatta bedankt sich bei den Fans. Drei Zweitligisten ziehen ihren Einspruch gegen die Wertung der Liga-Spiele gegen den Hamburger SV zurück, nachdem seine Identität bestätigt ist.
Christian Charisius, Keystone
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Fussballfans kennen ihn als Bakery Jatta, Flüchtling aus Gambia, 21-jährig und Profi beim Hamburger SV. Seine Geschichte war die eines wahr gewordenen Traums – vom Strassenfussballer aus Afrika zum Bundesliga-Profi innerhalb eines Jahres. Dieser (vermeintliche) Traum wird für den Fussballer aber nun zum Albtraum.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass am Werdegang Jattas berechtigte Zweifel bestehen. Er soll nicht der sein, für den er sich ausgibt. Er soll Bakary Daffeh heissen, 23 Jahre alt sein und bereits in Nigeria, Gambia und dem Senegal gespielt haben. Und er soll durch falsche Angaben und Urkunden zu Unrecht eine Aufenthaltsbewilligung für Deutschland bekommen haben.

Gleichzeitig mit Jattas Ankunft in Deutschland 2015 verliert sich in Afrika die Spur des Fussballers Bakary Daffeh. Ehemalige afrikanische Trainer Jattas identifizierten ihn gegenüber der «Sportbild», die in den letzten Wochen im Fall recherchierte, als Bakary Daffeh. In afrikanischen Berichten zu Jattas HSV-Erfolgen kommt bei den Leserkommentaren oftmals das Wort «Kanu» vor – das ist oder war der Spitzname des Fussballers Daffeh.

Behörden ermitteln

Am Mittwoch hatte der Kontrollausschuss des deutschen Fussballverbands (DFB) bereits Ermittlungen aufgenommen. Einen Tag danach sollen nun auch die Hamburger Behörden untersuchen, ob sich der Fussballer die Aufenthaltsgenehmigung erschlichen hat. Dies berichtet die «Bild». Sollten sich die Vorwürfe bestätigen drohen wegen Pass- oder gar Urkundenfälschung Haftstrafen von bis zu drei beziehungsweise fünf Jahren.

Auch für den Verein könnte dies Konsequenzen haben. Beim 4:0-Sieg der Hamburger im Zweitligaspiel gegen Nürnberg war Jatta 65 Minuten im Einsatz. Am Mittwoch legten die Nürnberger bei der Liga Protest gegen die Spielwertung ein. Auch wie es mit der Spielberechtigung Jattas weitergeht ist bislang unklar.

Es gilt festzuhalten, dass bisher nur Indizien an die Öffentlichkeit kamen. Es sind keine Beweise. Doch sollten die Behörden oder der Verband durch solche aus den bisherigen Vorwürfen Tatsachen machen, so könnte sich für Bakery Jatta bald genauso viel ändern, wie es sich für Bakary Daffeh 2015 getan hatte.

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