Brillanter Start und böse Spitze gegen Barça

Die Fussballwelt blickte nach Guingamp, wo Neymar für Paris sein Debüt gab. Und was für eines!

Ein perfekter Pass: Neymars erste Torbeteiligung für PSG. Video: Youtube.

Zwei Fragen stellten sich vor Neymars erstem Spiel für PSG. Wie gross ist der Hype um den Brasilianer auch in fremden Stadien? Und, noch wichtiger: Wie schlägt er sich auf dem Platz? Die erste Antwort wurde noch vor Spielbeginn beantwortet und in Person von Guingamp-Präsident Bertrand Desplat später bestätigt: Die 18'378 verkauften Tickets bedeuteten Stadionrekord für das schmucke Roudourou im Dorf mit 7000 Einwohnern.

Ein Tunnel hier, ein Sombrero da: Die Highlights von Neymar bei seinem ersten Spiel für PSG. Video: Youtube.

Für die 75 Journalistenplätze bekam der Club aus dem Westen Frankreichs mehr als 500 Anfragen, 49 TV-Stationen übertrugen in 183 Ländern die Partie zwischen EA Guingamp, dem Zehnten der letztjährigen Ligue-1-Saison, und PSG, dem Vizemeister. Sie alle waren vor allem wegen eines Mannes da. Wegen eines 25-jährigen Brasilianers aus Mogi das Cruzes, einer Vorstadt der Metropole São Paulo: des 222-Millionen-Transfers Neymar Jr.

Und er lieferte. Bereits in der ersten Halbzeit war Neymar überall auf dem Feld anzutreffen. Ein Tunnel an der Mittellinie, ein Sombrero in der eigenen Platzhälfte, dazu Dribblings und Doppelpässe à discrétion – sogar die Heimfans jauchzten ein paar Mal entzückt auf. Der Angreifer wusste genau, was von ihm erwartet wird. Und nach etwas spektakulärem Aufwärmgalopp à la Neymar drehte der Superstar in der zweiten Halbzeit nochmals auf, bereitete mit einem Traumpass Edinson Cavanis 2:0 vor und sorgte dann gleich höchstpersönlich für den 3:0-Endstand.

Folgerichtig wurde Neymar zum besten Spieler der Partie ausgezeichnet. Guingamps Mittelfeldspieler Lucas Deaux schwärmte von seinem prominenten Gegenspieler: «Es war eine Ehre, gegen einen solchen Spieler antreten zu dürfen. Er ist auf einem anderen Level. Nicht mal Ibrahimovic hat mich so sehr beeindruckt.» Auch Neymars Mitspieler Thiago Motta nannte es ein «Privileg, mit diesem grossen Fussballer zusammenzuspielen.»

Etwas resigniert resümierte Guingamps Trainer nach Spielschluss: «Neymar ist ein Phänomen und hat ein grosses Match gemacht. Er überragt einfach alle. Wir haben uns lange gewehrt, aber PSG ist einfach eine Nummer zu gross. Jetzt sowieso, mit einem Neymar, der in diesem Starensemble für den Unterschied sorgt.» In Worten der Zeitung «Parisien» tönt das so: «Neymar überflügelt bereits die Ligue 1.»

«Noch nie so lebendig gefühlt»

Ohnehin versuchte sich die französische Presse gegenseitig mit Superlativen zu übertrumpfen. «L’Équipe» nennt den Wunderfussballer bereits «freies Elektron». Einzig «France Football» hielt sich etwas zurück und titelte unter einem Bild Neymars nur: «Vielversprechend».

Und Neymar selber? Artig dankte er seinen Mitspielern wie Di Maria, Verratti oder Dani Alves, neben so starken Fussballern wie ihnen sei es sehr einfach zu brillieren. Und zum Schluss konnte er sich einen Seitenhieb in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers nicht verkneifen: «Viele Leute denken, Barça zu verlassen, wäre der Tod. Aber im Gegenteil: Ich habe mich nie lebendiger gefühlt.»

fas

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