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Blatter und die bissige Anwältin

Sepp Blatter hat für den juristischen Spiessrutenlauf die frühere US-Generalstaatsanwältin Jenny Durkan engagiert.

Gnadenlos gut: Jenny Durkan ist in den USA für ihre aufsässige Art bekannt.
Gnadenlos gut: Jenny Durkan ist in den USA für ihre aufsässige Art bekannt.
AFP

Sie geniesst ein vorzügliches Renommee und gilt in den USA als eine der härtesten Anwältinnen. Jenny Durkan ist 57, eine Frau mit resolutem Auftritt und kompromissloser Kommunikation. Im vergangenen Jahr legte sie ihr Amt als Staatsanwältin nieder und ist seither Teil der US-Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, welche die Fifa seit dem Korruptionsskandal juristisch vertritt.

Laut der «Bild»-Zeitung soll Sepp Blatter die Spitzenanwältin kurz nach seiner Wiederwahl als Fifa-Präsident Ende Mai an den Hauptsitz am Zürichberg geholt haben. Das deutsche Boulevardblatt berichtet von einem Fifa-Insider, der bezeugen kann, dass Durkan in einem Gespräch mit Blatter das Ausmass der Untersuchungen der US-Justiz aufzeigte. Das bevorstehende Szenario habe den Fifa-Präsidenten dann umgehend zur Bekanntgabe seines Rücktritts bewogen.

Die Medienstelle der Fifa will den Einfluss von Durkan nicht kommentieren, legt gegenüber Redaktion Tamedia aber Wert auf die Feststellung, dass die Kanzlei Quinn Emanuel ein Mandat der Fifa und nicht explizit von Sepp Blatter innehabe; und Jenny Durkan sei lediglich ein Teil des Anwaltsteams.

14 Personen belastet

Das FBI und die Staatsanwaltschaft New York Ost ermitteln wegen Geldwäsche, der Annahme von Bestechungsgeldern und der Bildung krimineller Organisationen sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten gegen Fifa-Funktionäre und gegen direkt mit dem Fussball beteiligte Personen.

In der Anklageschrift werden 14 Personen belastet. Sieben hochrangige Fifa-Funktionäre waren per Amtshilfegesuch in Zürich festgenommen worden. Kronzeuge Chuck Blazer, über viele Jahre Generalsekretär des Verbandes für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik, und von 1996 bis 2013 Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, hat bereits Bestechungen im Zuge der Vergabe der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 gestanden.

Zudem ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft wegen Unregelmässigkeiten bei den WM-Vergaben nach Russland (2018) und Katar (2022).

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