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Berner Coolness, Basler Eiszeit

YB steht im Cup­final. Gegen den FC Basel setzen sich die Young Boys nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte verdient 2:0 durch.

Der gelb-schwarze Höhenflug geht weiter: Die Young Boys im Delirium nach dem 2:0 und kurz vor dem Finaleinzug.
Der gelb-schwarze Höhenflug geht weiter: Die Young Boys im Delirium nach dem 2:0 und kurz vor dem Finaleinzug.
Raphael Moser
Da ist es passiert: FCB-Captain Marek Suchy köpft eine Hereingabe von Mbabu ins eigene Netz.
Da ist es passiert: FCB-Captain Marek Suchy köpft eine Hereingabe von Mbabu ins eigene Netz.
Raphael Moser
Sanogo im Zweikampf gegen Basels Oberlin.
Sanogo im Zweikampf gegen Basels Oberlin.
Raphael Moser
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Gegen Spielende ist es beinahe ein wenig langweilig. Die Gegenwehr des geschockten FC Basel ist gering, YB verteidigt die 2:0-Führung im Cuphalbfinal souverän.

Hektik kommt nur noch auf, als Basels Geoffrey Serey Die in der Nachspielzeit an der Mittel­linie rüde Sékou Sanogo abgrätscht. Es ist das Symbolbild für den FCB-Frust an einem für sie äusserst frostigen Abend.

Hohe Intensität

Trotz erheblicher Kälte präsentierte sich der Rahmen der Veranstaltung prächtig. Rund 23'500 Zuschauer erschienen im Stade de Suisse – und wurden nicht enttäuscht. Die Rivalen trotzten den widrigen Bedingungen mit für Schweizer Clubverhältnisse bemerkenswerter Intensität.

Das Geschehen war sofort schnell, umkämpft, ruppig, manchmal gar wild, und weil Schiedsrichter Stephan Klossner das Regelwerk vorerst äusserst grosszügig auslegte, erhielten die Provokateure auf beiden Seiten Auslauf.

Grobe Fouls, wie jenes von Taulant Xhaka an Miralem Sulejmani, und körperliche Annäherungen, wie jene zwischen Valentin Stocker und Kasim Nuhu, heizten die Gemüter an. Es herrschte eine elektrisierende Ambiance, und manch ein Beobachter dürfte sich angesichts des zuweilen dürftigen Gehalts in der Super League sehnsüchtig gefragt haben: Warum ist nicht 36-mal im Jahr YB vs. FCB?

Die Kontrahenten beharkten und neutralisierten sich, was nicht zuletzt an vorerst unerwartet forschen Baslern lag, die in ihrem 3-4-3-Champions-League-System in der Startphase sehr hoch standen und die Young Boys zu Fehlern zwangen.

Und so lebte die Begegnung von der Spannung, weil gefährliche Chancen vor der Pause so selten waren wie Zuschauer in kurzen Hosen. Genau genommen ereignete sich in der ersten Halbzeit nur eine nennenswerte Gelegenheit, in der Guillaume Hoarau seine Vollstreckerqualitäten eindrucksvoll demonstrierte. Der YB-Torjäger war aber hauchzart im Abseits gestanden.

Und weil sich der FCB nach rund 20, 25 Minuten zurückzog und die Räume klug verdichtete, begegneten sich die Teams auf einmal wie lauernde Boxer. Stets bereit, um zuzuschlagen, aber eben auch vorsichtig genug, um nicht überrumpelt zu werden.

Strenger Elfmeter

Und so konnte das 0:0 zur Pause niemanden überraschen. Der nach dem Fehlstart ins Jahr 2018 verunsicherte FCB hatte sein Teilziel erreicht. Und die Young Boys betraten den Kunstrasen zur zweiten Hälfte im Wissen, deutlich besser, präziser, flinker auftreten zu können.

Wie am Samstag beim 1:0 gegen Sion schalteten sie nach dem Seitenwechsel mehrere Gänge hoch. Damals hatte es 60 Sekunden gedauert, bis Hoarau das Siegtor erzielte. Am Dienstag benötigte der Franzose ein paar Minuten länger, um im beeindruckenden YB-Sturmlauf zu reüssieren. Die Akteure der Young Boys flogen nun an ihren Kontrahenten vorbei, links und rechts.

Und sie erspielten sich Topchancen. In der 51. Minute sprintete Djibril Sow nach einem FCB-Eckball übers Feld, bediente Roger Assalé, dessen Abschluss um Zentimeter am Tor vorbei segelte.

Kurze Zeit später schlug Sulejmani einen Freistoss aus dem Halbfeld, Assalé verlängerte den Ball mit dem Kopf – und Basels Angreifer Dimitri Oberlin touchierte den Ball im eigenen Strafraum mit dem Arm. Der Penaltypfiff war diskutabel, streng einerseits, andererseits aber auch vertretbar, weil Oberlins Bewegung nicht total natürlich war. Hoarau waren die Debatten einerlei, er verwandelte cool in die linke Ecke zum 1:0.

Guillaume Hoarau verwandelt den (strengen) Handelfmeter zur YB-Führung. Quelle: SRF

Nun wankte der Serienmeister, er zitterte und leistete sich Fehler. Und YB blieb unerbittlich. In der 59. Minute gelang Sanogo vielleicht der spektakulärste Schuss seiner Karriere, der Ball landete nach einem Volleyabschluss aus 16 Metern an der Latte.

Bald aber fiel das 2:0, weil sich der unsichere Leo Lacroix seinen fast obligatorischen Ballverlust vor einem Gegentor leistete. Der aufsässige Kevin Mbabu flankte, nicht auf den Kopf Hoaraus, sondern auf jenen von Marek Suchy, der ins eigene Tor ablenkte.

FCB-Captain Marek Suchy überwindet seinen eigenen Goalie. Quelle: SRF

Gegen FCZ oder GC im Final

Der FC Basel war geschlagen, schwer geschlagen. Es gelang ihm nur zweimal, den Berner Goalie Marco Wölfli in der Schlussphase halbwegs in Bedrängnis zu bringen, der 2:0-Sieg der Young Boys aber geriet nie in Gefahr.

Sie haben ihre Ambitionen am Dienstagabend ein weiteres Mal eindrücklich unter Beweis gestellt. Und warten nun auf ihren Finalgegner, der am Mittwoch zwischen dem FC Zürich und GC ermittelt wird.

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