Bale verhöhnt Real Madrid

Sie sind schon im Streit, jetzt könnte dieser eskalieren. Der Waliser packte nach der geschafften EM-Qualifikation eine grosse Provokation aus.

Mehr als nur Jubel: Gareth Bale provoziert Real Madrid. Video: Marca.com

Sollte es noch offene Fragen zum Verhältnis zwischen Gareth Bale und seinem Arbeitgeber Real Madrid gegeben haben, die dürften nun endgültig geklärt sein. Ja, diesem Bale, dem Grossverdiener beim spanischen Rekordmeister, dem ist jetzt offenbar alles egal.

2:0 gewann Wales das entscheidende EM-Qualifikationsspiel zu Hause gegen Ungarn. Dadurch löste der Halbfinalist von 2016 das Ticket für die Endrunde im kommenden Jahr. Bale bereitete das 1:0 vor. Seinen grossen Auftritt hatte er aber bei der Siegesparty kurz nach Schlusspfiff. Er stand in der Mitte seiner jubelnden Teamkollegen, vorne eine gespannte Wales-Flagge. Eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Nur, dass die Fahne halt beschriftet war: «Wales. Golf. Madrid.» Um für keine Missverständnisse zu sorgen, stand darunter: «In dieser Reihenfolge.»

Ein Giftpfeil, geradewegs in Richtung spanischer Hauptstadt. Dort war der Offensivspieler Tage zuvor mal wieder Thema, weil er für sein Land spielen wollte, obwohl er die Wochen zuvor verletzt gewesen war. Vereinslegende Predrag Mijatovic sagte jüngst: «Ihn interessiert zuallererst die Nationalmannschaft von Wales. Dann kommt Golf und erst dann Madrid.» Tatsächlich bestritt Bale seine letzten Spiele für Wales, das war Mitte Oktober. In Spanien hiess es schon, Bale schone sich bei Real, um für die Länderspiele fit zu sein. Auch Clubkollege Toni Kroos sagte über das Comeback seines Freundes: «Das ist vom Timing her vielleicht etwas unglücklich.» Zur jüngsten Provokation schrieb beispielsweise die Sportzeitung «Marca»: «Das ist die zigste Unverschämtheit von Bale gegenüber Madrid. Die Beziehung zwischen dem Verein und dem Spieler ist kaputter denn je.»

«... dann spiele ich halt Golf»

Es scheint, als wolle Bale nun endgültig seinen Wechsel erzwingen. Ein Transfer nach China liess er diesen Sommer selber platzen, er entschied sich, seinen fürstlich dotierten Vertrag bei Real Madrid abzusitzen. In der Vergangenheit sagte er schon: «Wenn sie mich spielen lassen, gut. Wenn nicht, auch gut, dann spiele ich halt Golf.» Überraschenderweise spielte der 30-Jährige zu Beginn der Saison von Anfang an, bewahrte Real am dritten Spieltag mit zwei Toren beim 2:2 bei Villarreal vor der ersten Saisonniederlage.

Es schien, als wäre die komplizierte Ehe zwischen Bale und Madrid doch noch zu retten. Doch der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte (über 100 Millionen Euro) dürfte diese Tür nun endgültig zugeschlagen haben.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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