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Hammer-Los – Schweiz trifft auf Deutschland

In der Nations League erwischt die Schweiz eine spektakuläre Gruppe: Die Gegner heissen Deutschland, Spanien und Ukraine.

Jogi Löw (links), Deutschland-Trainer, und Vladimir Petkovic, der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, lachen am 30. November 2019 an der EM-Gruppen-Auslosung gemeinsam.
Jogi Löw (links), Deutschland-Trainer, und Vladimir Petkovic, der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, lachen am 30. November 2019 an der EM-Gruppen-Auslosung gemeinsam.
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Der letzte Ernstkampf gegen Deutschland fand 1966  an der WM statt! Die Schweiz verlor 0:5. Seither gab es viele Testspiele. Beim letzten im Jahr 2012 siegte die Schweiz 5:3. Eren Derdiyok (im Bild) erzielte einen Hattrick.
Der letzte Ernstkampf gegen Deutschland fand 1966 an der WM statt! Die Schweiz verlor 0:5. Seither gab es viele Testspiele. Beim letzten im Jahr 2012 siegte die Schweiz 5:3. Eren Derdiyok (im Bild) erzielte einen Hattrick.
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Gegen die Ukraine hat die Schweiz erst zweimal gespielt. Das Duell im Achtelfinal an der WM 2006 endete mit einer bitteren Niederlage und dem Ausscheiden im Penaltyschiessen. Hier sieht Marco Streller seinen Versuch pariert.
Gegen die Ukraine hat die Schweiz erst zweimal gespielt. Das Duell im Achtelfinal an der WM 2006 endete mit einer bitteren Niederlage und dem Ausscheiden im Penaltyschiessen. Hier sieht Marco Streller seinen Versuch pariert.
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Nationaltrainer Vladimir Petkovic verzog keine Miene. Der Nationaltrainer nahm das Hammerlos, das Luis Figo den Schweizern bescherte, regungslos hin und reagierte nicht einmal auf die Worte von SFV-Präsident Dominique Blanc, der Petkovic in Amsterdam begleitete. Der ehemalige 127-fache portugiesische Internationale und Vize-Europameister, der sich bei der ersten Loskugel noch schwerer tat, weil er vor Aufregung schweissnasse Finger hatte, zog für den letztjährigen Final-Four-Teilnehmer schlussendlich eine Hammergruppe: Die Schweiz trifft auf die Ukraine, Spanien und Deutschland.

Petkovic zeigte sich zufrieden mit der Auslosung: «Klar, eine starke Gruppe. Aber wir haben uns immer gewünscht, gegen solche Gegner zu spielen. Und jetzt haben wir diese Möglichkeit. Wir nehmen ein Spiel nach dem anderen, wollen in jedem Spiel besser sein und das Ziel ist natürlich, auch jedes Spiel zu gewinnen. Wir müssen uns nicht verstecken und unsere Stärken zeigen, auch wenn Deutschland und Spanien in der Favoritenrolle sind.»

Die deutsche Mannschaft von Jogi Löw blieb nach der Premierenniederlage im Herbst 2018 wie die weiteren sportlichen Absteiger aus Kroatien, Polen und Island nur in der Liga A, weil die Uefa die höchste Liga von 12 auf 16 Teams aufstockte. Löw freut sich über das Los: «Spanien ist nach wie vor eine Topnation. Interessante Partien – auch für die Fans. Jedes Spiel hat seine Brisanz.»

Die deutschen Medien indes schreiben von einer «machbaren Gruppe für uns.» Bereits vor den Nations-League-Partien kommt es zu einem ersten Treffen mit den Deutschen. Am 31. Mai in Basel spielt die Schweiz gegen den vierfachen Weltmeister als Vorbereitung für die EM 2020.

Gute Erinnerungen an Spanien

Sportdirektor José Francisco Molina, der den spanischen Nationaltrainer Luis Enrique in Amsterdam vertrat, spricht von einer «Gruppe, die interessante Spiele anbieten wird». «Deutschland ist eine Macht, die Schweiz war unter den vier Finalisten der ersten Ausgabe der Nations League und die Ukraine hat sich unter der Regie von Andrej Schewtschenko stark verbessert.»

Der Ex-Weltmeister startet am 26. März in Madrid mit einem EM-Testspiel gegen Deutschland ins Länderspieljahr. Der letzte Vergleich endete vor zwei Jahren im Vorlauf zur WM in Russland 2018 1:1. Mit dem gleichen Resultat endete auch das letzte Aufeinandertreffen der Schweiz mit den Spaniern. Das Tor im EM-Test am 3. Juni 2018 in Villareal erzielte Ricardo Rodriguez für die Schweiz. Der einzige Schweizer Sieg datiert vom 16. Juni 2010 an der WM in Südafrika unter Ottmar Hitzfeld. Den goldenen Treffer schoss Gelson Fernandes.

Das bittere Aus gegen die Ukraine

Die seit 2016 von Schewtschenko, dem ehemaligen Milan-Star und Rekordtorschützen (48 Tore) der Nationalmannschaft, trainierte Ukraine hat weniger bekannte Namen im Team als Deutschland und Spanien, liess aber bei der letzten EM-Qualifikation unter anderen Europameister Portugal hinter sich. Das letzte Duell mit der Ukraine trug die Schweiz im November 2010 in Genf aus.

In einem Testspiel trennte man sich 2:2. Der Schweizer Doppeltorschütze hiess damals Alex Frei. 2:2 heisst es auch in der Gesamtbilanz gegen die Ukrainer: Beide Länderspiele bisher gegen die Ukraine endeten mit einer Punkteteilung. Das bittere Penalty-Aus im Achtelfinal der WM 2006 in Köln, das so vielen Fussballfans noch in Erinnerung ist, wird ebenfalls mit einem Remis gewertet.

Nations League als zweite Chance

Wie schon bei der ersten Auflage nehmen alle 55 europäischen Nationalverbände an der Nations League teil. Sie können sich über den Umweg der Nations League für die WM 2022 qualifizieren. Der normale Weg führt aber weiterhin über die WM-Qualifikation: Wie bisher gibt es für die 10 Gruppensieger das direkte Ticket nach Katar. Die 10 Gruppenzweiten sowie die zwei besten Gruppensieger der Nations League spielen die letzten drei Tickets aus, sofern sie sich nicht schon über die Qualifikation direkt für die Endrunde qualifiziert haben.

Die Gruppen der Division A im Überblick. Quelle: Twitter.

Die zweite Ausgabe der Nations League findet in einem neuen Modus statt. Statt wie beim ersten Mal in Dreiergruppen gibt es in den Ligen A bis C neu Vierergruppen. Das bedeutet für jedes Team sechs Spiele statt wie bisher vier. Die Gruppenphase findet zwischen September und November 2020 statt, das Finalturnier im Juni 2021.

Fokus auf die EM – wenn sie denn stattfindet

Allerdings wird die Nations League gleich nach der Auslosung wieder zweitrangig und irgendwo in einem Ordner für «Planungen» verschwinden. Denn im Vordergrund stehen die Vorbereitungen für die anstehende EM, die am Uefa-Kongress in Amsterdam wegen des Coronavirus schon ein Traktandum am Montag war.

Die Uefa hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus verschiedenen europäischen Ligen gebildet. Diese solle sich unter anderem mit dem Spielplan beschäftigen, sagte Uefa-Geschäftsführer Theodore Theodoridis. Zudem habe man verschiedenen Szenarien besprochen, die man aber nicht öffentlich diskutieren wolle.

Noch spricht der Grieche nicht von seiner möglichen Absage oder Verschiebung des Turniers, das vom 12. Juni bis 12 Juli in zwölf Ländern stattfindet. «Wir wollen nicht darüber spekulieren, was in drei oder vier Monaten passiert», sagt Theodoridis. Und Fifa-Präsident Gianni Infantino sagte an seiner Rede vor dem Kongress: «Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Behörden, aber auch, nicht in Panik zu verfallen.»

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