Auch YB profitiert vom Basler Höhenflug

Der erfolgreiche FCB verteidigt die gute Schweizer Platzierung in der Uefa-Fünfjahreswertung beinahe im Alleingang.

YB gegen den FC Basel am 5. November im St.Jakobs-Stadtion.

YB gegen den FC Basel am 5. November im St.Jakobs-Stadtion. Bild: Peter Klaunzer / Keystone

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Zum Glück gibt es den FC Basel. Zum dritten Mal in sechs Jahren hat er sich für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert. Es ist eine grossartige Bilanz für den Serienmeister des kleinen Fussballlandes Schweiz, dem Jahr für Jahr die besten Kräfte weggekauft werden. Und bei der nationalen Konkurrenz mag man die kontinentalen Erfolge des FCB mit einer Mischung aus Bewunderung und Argwohn beobachten, schliesslich wird der Branchenprimus immer grösser und reicher.

Basel auf Rang 18 in Europa

Allerdings profitieren alle Super-League-Vereine von den brillanten Ergebnissen Basels im Europacup. Schliesslich sammelt der FCB fleissig Punkte für den Schweizer Uefa-Koeffizienten, der massgebend ist, wie viele Schweizer Vereine europäisch mitspielen dürfen – und wann die Klubs in der Qualifikation einsteigen müssen.

Auf dem fantastischen Platz 18 aller europäischen Vereine liegt Basel im Fünfjahresranking. Vor Weltklubs wie Inter, Milan, Liverpool, Tottenham. Zum Beispiel. Der FCB gehört zu den Grössen Europas, doch der Weg in die Champions League wird in Zukunft kom­plizierter. Denn im Zuge der Reorganisation der Königsklasse werden die Topligen gestärkt, ab nächster Saison dürfen die vier besten Spielklassen (Spanien, England, Italien, Deutschland) je vier Vertreter direkt in die Gruppenphase schicken. Der Schweizer Meister dagegen ist nicht mehr automatisch dabei. Das ist abhängig von der Schweizer Platzierung in der Nationenwertung.

Vor dieser Saison belegte die Schweiz den respektablen Rang 12, dank Basels Höhenflug ist das auch im virtuellen Klassement der Fall. Es kann noch geringfügige Unterschiede geben, am Ende der Spielzeit aber wird die Schweiz nicht schlechter als auf Platz 15 liegen. Und der Stand im Sommer 2018 zählt für die Saison 2019/2020.

Tiefer als auf Rang 15 sollte die Schweiz auch später nicht fallen, denn sonst dürfte nur noch ein Klub an der Cham­pions-League-Qualifikation teilnehmen. Und insgesamt wären bloss vier Teams am Europacup teilnahmeberechtigt.

Kurzer Weg für den Meister

Der Champion der aktuellen Spielzeit (YB oder Basel) muss übrigens nur die Playoffs bestreiten – gegen Meister aus Nationen ab Rang 11 abwärts. Da sind Länder wie Holland, Griechenland, Österreich dabei, auf den Schweizer Vertreter wartet also keine fast unlösbare Aufgabe. Auf dem Champions-Weg werden vier Startplätze zur Champions League verteilt. Auf dem Platzierungsweg, den der Zweite der Super League absolvieren muss, sind es nur zwei. Und die Gegner werden dort deutlich stärker sein, wobei immerhin nicht mehr wie bisher Teams aus den Top 4 Europas vertreten sein werden. Sondern von den Rängen 5 (Frankreich) bis 15 (Österreich). Allerdings muss der Zweitklassierte gleich drei Qualifikationsrunden überstehen.

Auch YB trug als regelmässiger Europa-League-Teilnehmer zum ordentlichen Schweizer Uefa-Koeffizienten bei. In dieser Saison holten die Young Boys indes wenig Punkte. Und obwohl für einmal immerhin drei Teams in einer Gruppenphase dabei sind (Basel, YB, Lugano), ist die Schweizer Ausbeute nicht berauschend. Denn alle Punkte werden durch die Anzahl teilnehmender Vereine geteilt. Und Luzern (in der 2. Qualifikationsrunde gegen Osijek aus Kroatien) sowie vor allem Sion (in der 3. Qualifikationsrunde gegen die Litauer von Suduva Marijampole) blamierten sich auf dem Weg in die Europa League mal wieder. Nur Basel und mit Abstrichen YB ist es zu verdanken, ist auch nächste Saison die Hälfte der Super League (Top 4 plus Cupsieger) im Europacup dabei. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2017, 09:12 Uhr

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