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Ancelotti will den Coup mit zwei Rückkehrern schaffen

Bayern muss gegen Real Madrid ein 1:2 aus dem Hinspiel überkompensieren. Hoffnung machen ein Stürmer und ein Verteidiger, die zuletzt fehlten.

Beim Abschlusstraining: Bayern-München-Spieler Thomas Müller, Philipp Lahm und Joshua Kimmich (von links nach rechts). Foto: Keystone
Beim Abschlusstraining: Bayern-München-Spieler Thomas Müller, Philipp Lahm und Joshua Kimmich (von links nach rechts). Foto: Keystone

In schwierigen Zeiten helfen auch Sprüche, die dem Dichter Bertolt Brecht zugeschrieben werden. Diesmal trug Karl-Heinz Rummenigge einen Aphorismus der Hoffnung vor. «Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren», sagte Bayern Münchens Vorstandsboss, ehe er am Montagvormittag in den Mannschaftsairbus nach Madrid stieg. Im Bernabéu-Stadion müssen die Münchner heute Abend eine 1:2-Hinspiel-Niederlage überkompensieren, damit sie am Ende in den Halbfinal einziehen. Die meiste Hoffnung für die Partie macht ihnen, dass ihr Stürmer Robert Lewandowski wieder dabei ist.

Der Pole hatte das Hinspiel gegen Real wegen Schulterbeschwerden und das 0:0 am Samstag bei Bayer Leverkusen wegen einer Gelb-Sperre versäumt, vor allem gegen die Madrilenen wurde er schmerzlich vermisst. «Alles wieder okay», sagte er bereits nach dem beschwerdefreien Training am Sonntag.

Trainer Ancelotti hatte Joshua Kimmich bislang in der aktuellen Saison bloss elfmal von Anfang bis Ende eingesetzt hatte.

Ähnlich viel Hoffnung macht die grinsend vorgetragene Europapokal-Arithmetik des Angreifers Thomas Müller. «Theoretisch müssen wir bis zur Halbzeit nur das gleiche Spiel abliefern wie im Hinspiel, dann steht es eineinhalb zu null für uns, und wenn wir dann noch einen Elfmeter reinmachen, sind wir ja schon weiter», sagte Müller. So eine Rechnung mit halben Toren – aufgrund der regulatorisch höheren Bewertung von Auswärtstreffern – könnte wichtig werden. Den Bayern würde ein 2:0-Erfolg ebenso zum Einzug in den Halbfinal genügen wie jeder beliebige Sieg mit mindestens drei eigenen Treffern.

Captain Lahms Plan

Zu diesem Zweck soll Lewandowski wieder seiner Torjägergenetik folgen. Dass die Schulter nicht mehr schmerzt, ­genügt einem Angreifer seines Kalibers schon zur Topform. Captain Philipp Lahm hat eine tolle Idee für Lewandowskis Abendgestaltung: «Das Schönste wäre, wenn wir eins zu null in Führung gingen, egal in welcher Minute, weil: In dem Moment brauchen wir nur noch ein zweites Tor – und wären weiter.»

In Führung lagen die Bayern bereits im Hinspiel: Das 1:0 durch Vidal.

Damit nach Möglichkeit schon zwei Treffer genügen, sollten die Münchner aber hinten dichthalten. Wie ­Ancelotti seine Defensive zu besetzen beabsichtigt, hängt von ärztlichen Bulletins ebenso ab wie von den Gedanken des Italieners. Über einen Einsatz von Mats Hummels (Sprunggelenk) und ­Jérôme Boateng (Adduktoren) wird kurzfristig entschieden, Javier Martínez fehlt nach einer Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel.

Ancelotti könnte in Madrid einen gut gebrauchen, den er in der aktuellen Saison bislang bloss elfmal von Anfang bis Ende eingesetzt hatte: Joshua Kimmich. Am Samstag gegen Leverkusen spielte er an der Seite von Arturo Vidal zunächst im defensiven Mittelfeld und machte seine Sache offensiv wie defensiv hervorragend. Er agierte so souverän wie im vergangenen Herbst, als ihm bis Mitte Oktober das Kunststück gelungen war, in zehn Pflichtspielen auch noch sieben Tore zu schiessen. Trotzdem hatte Ancelotti ihn danach in die zweite Reihe verbannt und nur noch unregelmässig spielen lassen. Der Italiener setzt im Zweifelsfall lieber auf Erfahrung als auf Jugend. Heute könnte er Kimmich nun dringend gebrauchen. Seine Tauglichkeit muss Kimmich nicht mehr nachweisen. In der Nationalmannschaft ist er eine feste Grösse. Jetzt müsste er seine Wichtigkeit auch im Club wieder einmal nachweisen dürfen.

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