An Bickels Position wird nicht gerüttelt

Trotz vielen sportlichen Enttäuschungen haben die Young Boys den Vertrag mit dem Sportchef auf unbestimmte Zeit verlängert.

Mit strammem Schritt und klarem Blick in eine erfolgreichere Zukunft? Bickel bleibt bei den Young Boys.

Mit strammem Schritt und klarem Blick in eine erfolgreichere Zukunft? Bickel bleibt bei den Young Boys.

(Bild: Manuel Zingg)

Ruedi Kunz

Es ist eine verhereende Zwischenbilanz für einen Klub, der sich einen Titel zum Ziel gesetzt hat. In der Meisterschaft liegen die Young Boys bei Wettbewerbshälfte 15 Punkte hinter Tabellenführer Basel zurück; im Schweizer Cup sind sie im Achtelfinal am kriselnden FC Zürich gescheitert; in den zwei Playoff-Begegnungen für die Gruppenphase der Europa League blamierten sich die Berner gegen den aserbeidschanischen Meister Karabach Agdam bis auf die Knochen (0:1 und 0:3).

Und doch gibt es für den Verwaltungsrat und die Besitzer von YB keine Zweifel, dass Fredy Bickel der richtige Sportchef für den Berner Traditionsverein mit ruhmreicher Vergangenheit ist. Am Mittwoch teilten sie mit, der am Saisonende auslaufende Vertrag mit dem 50-Jährigen sei unbefristet verlängert worden und enthalte eine lange Kündigungsfrist. «Wir sind mit der Arbeit von Fredy Bickel sehr zufrieden, obwohl sportlich in den letzten drei Jahren nicht alles nach Wunsch gelaufen ist», lässt sich VR-Präsident Hanspeter Kienberger zitieren.

Auch YB-Präsident Werner Müller spart nicht mit lobenden Worten: Bickel leiste «sehr gute Arbeit». Er habe zum Beispiel dafür gesorgt, dass die Strategie, eigene Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft einzubauen, «konsequent umgesetzt worden ist». Müller nennt die Beispiele von Yvon Mvogo, Leonardo Bertone, Florent Hadergjonaj, Gregory Wüthrich und Haris Tabakovic, die allesamt den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben.

Unter Bickels Regie sei die Nachwuchsabteilung weiter professionalisiert worden, so Müller. Mit Ernst Graf als Technischem Leiter und Christoph Spycher als Talentmanager habe er profunde Fachleute an Bord geholt und «die sportliche Kompetenz gestärkt».

«Fundament und Gerüst sind gut»

Auf Nachfrage räumt Müller ein, dass die sportliche Bilanz der aktuellen Saison «ungenügend» sei. Auf die Einschätzung von Bickels Arbeit hat das jedoch keinen Einfluss. «Fundament und Gerüst, welche unter Fredys Führung errichtet wurden, sind gut. Darauf lässt sich etwas Längerfristiges aufbauen.» Der Verwaltungsrat sah auch keinen Grund, die Kompetenzen des mächtigen Sportchefs zu beschneiden. Mit der Sportkommission stehe Bickel ein Gremium zur Seite, welches entgegen anderslautenden Behauptungen sehr wohl auf Augenhöhe mit Bickel diskutiere.

Gibt es im Verwaltungsrat Überlegungen, Ex-Nationalspieler Christoph Spycher zum Nachfolger von Bickel aufzubauen? «Es ist im Moment kein Diskussionsthema, ‹Wuschu› von seinem Job als Talentmanager abzuziehen und bei Bickel in die Lehre zu schicken.»

Der Bund

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