Alles im Griff

YB gewinnt im Cup-Achtelfinal 3:0 gegen den FC Münsingen. Das Spiel seiner Mannschaft weiss Adi Hütter nicht zu begeistern, der Rahmen der Veranstaltung dafür umso mehr.

Sie mussten lange kämpfen, ehe es dann doch noch eine klare Sache wurde: YB-Spieler freuen sich am Sieg in Münsingen.

Sie mussten lange kämpfen, ehe es dann doch noch eine klare Sache wurde: YB-Spieler freuen sich am Sieg in Münsingen.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Die Fussballer des FC Münsingen machen sich auf die Ehrenrunde. Sie holen sich wohlverdienten Applaus ab. Das Resultat ist deutlich, YB hat die Münsinger standesgemäss mit 3:0 geschlagen. Doch dieses klare Verdikt erzählt nicht die ganze Geschichte dieses Spiels.

Voller Vorfreude wird die Begegnung mit dem grossen Bruder im Aaretal erwartet. Die Tribünen sind aufgestellt, Gästesektor, Verpflegungsstände und Toiletten bereit. Mit der Erfahrung, die in den letzten Jahren gegen Basel und Sion gesammelt wurden, wird der Anlass organisiert. Auch der neue Publikumsrekord von 6113 Anwesenden auf der Sandreutenen scheint den FC Münsingen nicht aus der Ruhe zu bringen. Die Stimmung auf dem Sportplatz, der zwischen der Giessen und der Autobahn eingepfercht liegt, ist ausgezeichnet. Auch Adi Hütter äussert seine Begeisterung. «Der Rahmen hat mich beeindruckt. Es war ein spezielles Spiel. Als ich über das Spielfeld zur Ersatzbank ging, dachte ich, was das für eine tolle Kulisse sei.»

Neben dem Platz haben die Münsinger alles im Griff und auch auf dem Feld zeigen sie sich bestens vorbereitet. Der Erstligist macht YB das Leben schwer. So dauert es einige Zeit, bis die Young Boys ein erstes Mal in den gegnerischen Strafraum vorstossen. Nach einem Freistoss in der 12. Minute kommt Torhüter Patrick Karrer aber vor Moumi Ngamaleu an den Ball. Es ist nicht die einzige Gelegenheit für den Torhüter des FC Münsingen, sich auszuzeichnen. «Er hat uns im Spiel gehalten», hält Trainer Kurt Feuz später fest. Doch die Young Boys präsentieren sich alles andere als unwiderstehlich, und Münsingen auf der Gegenseite tritt mit viel Engagement und Kampflust an. So kommt auch der Underdog zu Gelegenheiten, etwa als von Ballmoos den Ball erst im Nachfassen vor dem Aktivposten Luca Lavorato greifen kann. Zur Pause steht es so 0:0.

Fans werfen sich in Pose

Nachdem sich die Young Boys nach dem Abpfiff von ihren Fans haben feiern lassen, machen sie sich auf Richtung Garderobe, geben auf dem Weg Interviews oder posieren für Fotos. So auch Miralem Sulejmani, neben dem sich zwei junge Fans in Pose werfen, während er den Medien Auskunft gibt. Nachdem er bereits gegen Luzern das entscheidende Tor erzielt hatte, war er auch in Münsingen wieder erfolgreich. Die Erleichterung im Stadion ist beinahe hörbar, als er nach einem wunderbaren Zuspiel von Sékou Sanogo in der 72. Minute das 1:0 für YB erzielt. Münsingen ist bissig aus der Garderobe gekommen, und so manche YB-Fans dürften sich schon kurz an unschöne Cupouts erinnert haben, als Adi Hütter Miralem Sulejmani und Roger Assalé einwechselt. Sieben Minuten später ist der stark aufspielende Karrer geschlagen. Die grosse Möglichkeit zum Ausgleich hat Münsingen auch noch, doch den Schuss von Max Dreier klärt Aebischer in extremis auf der Linie. Im Gegenzug erzielt Assalé das 2:0, und kurz darauf trifft auch noch Moumi Ngamaleu auf Zuspiel Sulejmanis.

Loris Benito, der sein Comeback nach Verletzungspause gibt, spricht von einem schwierigen Spiel und windet dem Gegner ein Kränzchen, betont aber auch die eigene Stärke. «Die Mannschaft, die wir haben, hat jetzt auch eine gewisse Erfahrung. Wir reagieren anders», begründet er, wieso YB geduldig blieb und am Ende alles klar machte. Ein ungefährdeter Sieg und doch: «Die Leistung hat mit über lange Zeit nicht so gut gefallen», gibt Trainer Hütter zu bedenken.

Der Bund

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