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Aebischers neuer Lebensabschnitt

Der erst 20-jährige Michel Aebischer wurde im Februar von den Young Boys mit einem Profivertrag ausgestattet.

YB-Mittelfeldspieler Michel Aebischer.
YB-Mittelfeldspieler Michel Aebischer.
Gian Ehrenzeller, Keystone

Morgen trifft YB zum letzten Mal in dieser Saison auf den FC Basel. Beim Serienmeister wird es nach Ende dieser Saison zum grossen Umbruch kommen. Die neue Führung will sich zur Region Basel bekennen, die eigenen Junioren sollen gefördert und vermehrt in die 1. Mannschaft integriert werden. Bei YB hat ein solches Umdenken bereits unter Uli Forte seinen Anfang genommen und wird seit dem Trainerwechsel von Adi Hütter konsequent umgesetzt. Mit Hadergjonaj, Bürgy, Duah, Wüthrich, Bertone, Mvogo, Frey, Joss, Obexer und Aebischer setzte der YB-Coach in dieser Saison zehn Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein. «Wir wollen den Weg mit den Jungen schaffen, doch wir müssen die nötige Qualität haben», sagt Hütter und fügt an, «dieser Bursche kann damit gut umgehen.» Der YB-Trainer spricht von Michel Aebischer. Er hält grosse Stücke auf den defensiven Mittelfeldspieler, «er kann den Ball verteilen, ist ein intelligenter Spieler und extrem laufstark.»

Im freiburgischen Heitenried in einer fussballbegeisterten Familie geboren und aufgewachsen, begann Aebischers Karriere beim lokalen Dorfverein. Über Freiburg kam er mit 16 Jahren zu YB. Während er zuvor als offensiver Mittelfeldspieler oder gar Stürmer agierte, wurde er von U-17-Trainer André Niederhäuser etwas weiter zurückberufen. «Der Trainer erkannte, dass ich auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers besser aufgehoben bin», erzählt Aebischer, «mir wurde klar, dass ich dort noch lieber spiele als im Angriff.» Trotzdem, «das Schönste ist immer noch, Tore zu schiessen», sagt der 20-Jährige mit einem Lachen, auch wenn er auf seiner Position weniger zum Abschluss komme. Dass er diesen gerne sucht, zeigte sich bei seinem ersten Tor gegen Lugano oder in der 82. Minute gegen Luzern letzten Sonntag. YB führte 4:1, als Aebischer aus rund 40 Metern Seite 1/2 gedruckt am 20.05.2017 09:35:15 Druckansicht WoodWing Objekt abzog und den Ball an die Latte knallte. «Ich sah, dass der Torhüter weit draussen stand. Es gab für mich nur eine Möglichkeit: schiessen!»

Nicht mehr ein «Junger» sein

Michel Aebischer erzählt so abgeklärt, wie er spielt. Er hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Als U-21-Spieler trainierte er vereinzelt mit der ersten Mannschaft und konnte im März 2016 bei einem Testspiel gegen den FC Aarau mittun. Im Sommer durfte er «mit den grossen Spielern» nach Windischgarsten ins Trainingslager. Grossen Respekt hatte er vor den gestandenen Fussballern. «Ich wusste nicht, wie sie sind. Vielleicht arrogant? Aber das war gar nicht der Fall. Sie sind ganz normale Menschen. Ich realisierte dann, dass ich sein kann, wie ich bin, und es gut kommt. Das war eine wichtige Erkenntnis, um gut weiterarbeiten zu können.» Ein kurzes Super-League-Debüt gab Aebischer im September beim 2:1-Sieg gegen den FC Luzern. Beim Sieg gegen Basel stand er zum ersten Mal in der Startelf. Im Februar erhielt Aebischer den Profivertrag bis 2021. «Das ist wie ein neuer Lebensabschnitt: Mein Hobby ist nun meine Arbeit. Das ist schon speziell.» Er scheint noch gar nicht ganz realisiert zu haben, was er gerade erlebt. Derzeit befindet sich der Fussballer im Schlussspurt seiner Ausbildung. Drei Jahre lang besuchte er die Handelsschule in Freiburg, seit einem Jahr macht er ein Praktikum bei YB. Die Prüfungen stehen Anfang Juni an, danach kann er sich ganz dem Fussball widmen. So möchte er bei YB den Status als «Junger» ablegen und sich einen Stammplatz erspielen. Und natürlich hegt er den Traum vom Ausland. Einmal in Deutschland oder Spanien spielen, zum Beispiel bei seinem Lieblingsverein Real Madrid, wo derzeit sein Vorbild Toni Kroos unter Vertrag steht. Vorerst steht das Spiel gegen Basel an: «Das ist wie der Schweizer Clásico», sagt Aebischer. Dass er der Kroos von Bern sein könnte, findet sein Trainer gar nicht so abwegig.

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