«YB wird wieder Bern»

YB-Captain Marco Wölfli sieht sein Team auf dem richtigen Weg – und spürt Aufbruchstimmung und Vertrauen.

Zuversichtlich: Marco Wölfli.

Zuversichtlich: Marco Wölfli.

(Bild: Keystone)

Marco Wölfli, ist es nicht frustrierend, sich mit YB wieder im Niemandsland zu bewegen? Klar, uns fehlt seit langer Zeit ein Titel, das ist das grosse Manko. Aber wir sind trotzdem nicht im Niemandsland. Es geht in die richtige Richtung, YB wird wieder Bern. Die Leute in der Führung sind bodenständig, mit Fredy Bickel holte der Verein einen versierten Sportchef. Trainer Martin Rueda hatte es zu Beginn seiner Amtszeit in Bern sicher nicht einfach, aber er macht einen super Job. Er bringt Fachwissen und Sozialkompetenz mit. Und die ganze Mannschaft hält zusammen. Ich bin überzeugt, das kommt gut.

Sie haben schon einige Umwälzungen erlebt mit den Young Boys. Weshalb soll es ausgerechnet jetzt gut kommen? Ich spüre, dass die YB-Familie wieder da ist. Vom Verwaltungsrat über die sportliche Leitung bis zur Marketingabteilung ist diese Aufbruchstimmung festzustellen. Mir ist bewusst, dass das Zeit braucht, dass viel von der Mannschaft abhängt, ob wir in Ruhe arbeiten können. Ich habe ein gutes Gefühl.

YB transferierte Goalie Roman Bürki vor dem Rückrundenstart definitiv zu GC. Empfinden Sie das als Vertrauensbeweis von YB? Es freut mich, dass der Verein damit zeigt, dass er hinter mir steht. Und ich will dieses Vertrauen mit Leistung zurückzahlen. Fussball ist ein Geben und Nehmen. Roman Bürki hat mit GC eine hervorragende Vorrunde gezeigt. Letztes Jahr kämpfte er noch gegen den Abstieg und hatte sicher keine einfache Zeit. Er hat einen grossen Schritt vorwärts gemacht, aber im Fussball zählt nicht ein halbes Jahr, man muss sich immer wieder bestätigen. Roman hat alle Voraussetzungen für eine grosse Karriere.

Wie beurteilen Sie Ihre Karriere? In der Nationalmannschaft scheint Yann Sommer hinter Diego Benaglio die Nummer 2 übernommen zu haben. Können Sie über ihre Degradierung offen reden? Das ist doch keine Degradierung. Ich bin ein Teamplayer, und was zählt, ist mit der Schweiz an der WM in Brasilien dabei zu sein. Wir sind sehr gut in die WM-Qualifikation gestartet, und ich erachte es als Wertschätzung, dass ich in den letzten vier Jahren stets für die Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Mein Ziel ist es, mit Leistung dem Trainer den Entscheid, wen er aufstellt, möglichst schwer zu machen. Ich werde den Medien sicher keine Gelegenheit geben, um irgendwelche Polemik zu entfachen. Das bringt gar nichts, das ist nicht meine Art.

Der Bund

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