YB müht sich zum Sieg und atmet auf

YB gewinnt nach drei Niederlagen in Serie in der Meisterschaft gegen Sion mit 2:1 – durch zwei Freistosstore.

Grosse Emotiionen: Die jubelnden Young Boys nach dem erlösenden Siegestreffer durch Vilotic.

Grosse Emotiionen: Die jubelnden Young Boys nach dem erlösenden Siegestreffer durch Vilotic.

(Bild: Tobias Anliker)

Es tickt die 83. Minute an diesem trüben Novembersonntag. Freistoss für YB, Lecjaks schlägt den Ball vor das Tor, ­Vilotic steigt hoch und wuchtet den Ball mit dem Kopf ins Netz. Ein Aufschrei im Stade de Suisse, die Erleichterung scheint buchstäblich greifbar, bei den Fans, den Spielern, Trainer Uli Forte und den Betreuern. 2:1, endlich wieder ein Sieg der Young Boys, endlich wieder drei Punkte für die Berner nach drei Niederlagen in Folge in der Super League. Und was für Forte und YB noch wichtiger ist in diesem ­Tagesgeschäft: Die Spekulationen der Medien und die Unruhe im Umfeld ­werden abflauen.

Hinterher waren die Protagonisten bemüht, diesem Spiel die Brisanz zu ­entziehen. Es sei kein Schicksalsspiel für den Trainer gewesen, das sei eine Erfindung der Medien, betonte Sportchef Fredy Bickel und Forte habe das auch gewusst. Auch der Trainer gab sich gelassen. «Die Vereinsführung ist hier sehr stabil. Das war ein wichtiger Grund, weshalb ich bei YB ­unterschrieben habe. Mir wurde nie kommuniziert, dass ich bei einer Niederlage gegen Sion gehen müsse.»

Arbeit ja, Leichtigkeit nein

Die Leistung, räumte Forte ein, sei ­alles andere als brillant gewesen. «Bei den vergangenen drei Spielen in der ­Super League haben wir besser gespielt, aber keine Punkte geholt. So wie heute ist es mir aber lieber.»In der Tat. Die Young Boys wurden ­gegen Sion für ihr eifriges Bemühen ­belohnt. Sie rackerten, sie zeigten ­Solidarität, aber von spielerischer Leichtigkeit war nicht viel zu sehen. Auch ­gegen Sion blieben die Berner unter ­ihren Möglichkeiten. Und sie mussten froh sein, dass die Walliser nicht in der Lage waren, von den offensichtlichen Unsicherheiten zu profitieren. Die Sicht der Dinge von Sions Trainer Jochen Dries kann man nachvollziehen, der sagte: «Wir hatten die Partie während 70 Minuten unter Kontrolle und verloren durch zwei Standardsituationen. Das ist bitter für uns.» Beim 1:0 traf Gajic mit einem Freistoss aus 20 Meter neben der Mauer vorbei in die Torecke, wobei Torhüter Deana keine gute Figur machte. Beim 2:1 durch Vilotic konnte der Sion-Keeper dagegen nichts ausrichten.

YB hätte aber bereits zuvor in Führung gehen müssen, als Steffen, einer der Besten bei den Bernern, nach einer idealen Flanke von Zárate das leere Tor vor sich hatte, es mit seinem missglückten Kopfball aber fertigbrachte, die Möglichkeit zu vermasseln. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen, denn Konaté, der direkt nach dem YB-Führungstreffer in der 5. Minute den Ausgleich erzielte, eröffnete sich kurz vor Schluss nochmals eine grosse Möglichkeit. Doch von Bergen ­gelang es, den Ball in höchster Not wegzuschlagen. Es war ein Sieg des Kampfes, des ­Willens. Aber weshalb YB als Mannschaft ihr spielerisches Potenzial auch gestern nicht abrufen konnte und erneut nicht in der Lage war, im eigenen Stadion dominant aufzutreten, bleibt ein Rätsel.

Sion zum 21. Mal in Bern ohne Sieg

Der FC Sion kam jedenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt. Zum 21. Mal nacheinander blieben die Walliser in Bern gegen die Young Boys in einem Meisterschaftsspiel ohne Sieg. Der letzte Erfolg datiert aus dem Jahre 1996. «Was will man machen», meinte Präsident Christian Constantin. «Wir haben in ­dieser Zeitspanne YB zweimal im Cup­final geschlagen. Das ist mir wichtiger.»

Der Bund

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