YB blamiert sich im Cup gegen Lausanne

Aus der Traum vom Schweizer Cup. Mit 4:1 schoss Lausanne-Sports im Viertelfinal YB aus dem Schweizer Cup.

Hochmut kommt vor dem Fall. Die Young Boys leisteten sich vor der Weihnachtspause im eigenen Stadion gegen Lausanne, den Vierten der Challenge League, eine 1:4-Blamage im Cup. Es war eine desolate Vorstellung des Super-League-Leaders - und ein herber Rückschlag nach dieser so erfolgreichen ersten Saisonhälfte. Mit gellenden Pfiffen wurden die YB-Spieler in die Winterpause entlassen.

Und die Verantwortlichen des BSC Young Boys können sich der Schadenfreude der Konkurrenz sicher sein. YB zahlt für die Blamage, welche sich die Spieler auf dem Kunstrasen leisten, auch noch Geld an den Gegner.

2000 Franken Prämie

Für Lausanne-Präsident François Collet, der für den Entscheid, das Heimrecht für diesen Cupfinal an YB zu verkaufen, mit harscher Kritik und Boykottaktionen der Fans konfrontiert wurde, hat sich alles auf wundersame Weise zum Guten gewendet. «Ich kann es kaum fassen», freute sich Collet. «Meine Mannschaft hat hier in Bern vier Tore erzielt und verdient gewonnen.» 2000 Franken Extraprämie für jeden Spieler ist dieser Coup in Bern dem Präsidenten wert. «Diese Prämie hat sich jeder sehr verdient», jubelte Collet. Die Rechnung geht für Lausanne-Sports in jeder Hinsicht auf. Collet rechnete vor: «Wir haben in diesen Cupviertelfinal 325 000 Franken eingenommen». 175 000 Franken zahlt YB seinem Bezwinger für den Platzabtausch, 150 000 Franken ist die Prämie, welche der Fussballverband über die Sponsoren jedem dem vier Halbfinalisten entrichtet.

Im Halbfinal wurde Lausanne auswärts der FC St. Gallen zugelost. Zumindest muss sich Collet diesmal keine Gedanken über einen Platztausch machen.

Petkovics Entschuldigung

Die Young Boys aber haben sich den Jahresschluss tüchtig verdorben. «Ich habe während der ganze Woche die Spieler immer wieder gewarnt vor Lausanne», sagte der schwer enttäuschte YB-Trainer. Seine Worte verhallten ohne Wirkung, das war offensichtlich. «Es tut mir leid für die Fans und die Verantwortlichen von YB», entschuldigte sich Vladimir Petkovic. «Dieses Spiel sind wir nicht seriös angegangen und bezahlen dafür nun sehr teuer.»

In der Vorrunde hat Lausanne-Sports nie vier Tore zustande gebracht. Im Stade Suisse gingen die Waadtländer in der 17. Minute durch Tosi in Führung, als er im Anschluss an einen ungenügend abgewehrten Corner die Flanke von Marazzi ins Netz lenkte; Goalie Wölfli griff ins Leere. Doumbia glich fünf Minuten später für YB aus, er nahm das Geschenk, das ihm Bilibani mit einem haarsträubenden Rückpass bescherte, dankend an. Doch in der 33. Minute führte Lausanne erneut: Freistossflanke Marazzi, wieder sprangen alle YB-Spieler am Ball vorbei, Wölfli vermochte zuerst abzuwehren, aber Sonnerat bugsierte den Ball über die Line.

Zwei Gegentore nach Standardsituationen, das erinnert an die 1:3-Meisterschafts-Niederlage in Sitten am 8. November, als YB alle drei Gegentore nach Freistössen kassierte. Auch damals war Abwehrchef Dudar gesperrt gewesen. Doch gestern war die YB-Abwehr völlig umgekrempelt, da auch Ghezal fehlte, der nach einem Todesfall in der Familie am Freitag nach Tunesien gereist ist.

Die Vorentscheidung fiel in der 53. Minute, als Tosi mit einem sehenswerten Schuss Lausanne 3:1 in Führung brachte. Danach versuchte YB endlich zu fighten. Zu spät, Lausanne erzielte per Foulpenalty in der Nachspielzeit noch das 4:1, Christian Schneuwly handelte sich mit der Notbremse die Rote Karte ein und ist zum Rückrundenauftakt gesperrt. Das alles passte zum YB-Auftritt an diesem dunklen Dezembertag.

Der Bund

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