YB baut auf sein Goalietalent

Die Berner suchen in der Winterpause keinen neuen Torhüter. Der erst 19-jährige Yvon Mvogo avanciert zur Nummer 1.

Avanciert auch im Club zur Nummer 1: Der Goalie der Schweizer U-21-Auswahl Yvon Mvogo.

Avanciert auch im Club zur Nummer 1: Der Goalie der Schweizer U-21-Auswahl Yvon Mvogo. Bild: Keystone

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Uli Forte hegt keine Bedenken und ist voller Zuversicht: Trotz der schweren Verletzung von Goalie Marco Wölfli hätten die Young Boys kein Torhüterproblem, betont der YB-Trainer. In der Winterpause werden die Berner keinen neuen Spieler auf dieser Position verpflichten. YB baut auf sein Torhütertalent Yvon Mvogo. Zumindest bis Wölfli von seinem Achillessehnenriss am linken Fuss genesen ist, wird der 19-Jährige zwischen den Pfosten stehen.

Am vergangenen Sonntag war der Freiburger in Thun nach 38 Minuten und dem grossen Pech von Wölfli zu seinem Debüt in der Super League gekommen. «Er ist ein Supertalent», schwärmt Forte. «Er ist der Goalie der Schweizer U-21-Auswahl, hat deshalb bereits internationale Erfahrung und zeigt hervorragende Leistungen. Er wird unsere Nummer 1 in der Rückrunde.»

Vorbereitung ohne Ablenkung

Goalietrainer Paolo Collaviti fügt an: «Ich hätte mich total am falschen Ort gefühlt, wenn wir jetzt nicht auf unsere Jungen setzen würden. Wir haben mit Yvon Mvogo und David von Ballmoos die beiden besten jungen Torhüter des Jahrgangs 1994 der Schweiz. Wir arbeiten seit Jahren mit ihnen, und sie sind im Team integriert. Ein Neuer müsste sich zuerst wieder zurechtfinden.» Mvogo sei das grössere Talent, unbeschwert, auch fussballerisch stark, während der um ein halbes Jahr jüngere von Ballmoos sich alles hart erarbeiten müsse.

Wer in Zukunft die grössere Karriere machen werde, sei aber offen, schränkt Collaviti ein. Auf seine Initiative ist Mvogo, der zurzeit die Sportler-RS in Magglingen absolviert, diese Woche von den Medien ferngehalten worden. «Yvon soll sich in aller Ruhe auf dieses Spiel gegen St. Gallen vorbereiten können, ohne Ablenkung und ohne das Risiko, sich mit Aussagen ungewollt zu exponieren.» Auch der Umgang mit der Presse, so der ehemalige YB-Goalie Collaviti, müsse gelernt sein.

Mit 19 nicht der jüngste Debütant

Das Pech von Marco Wölfli beschäftige ihn weiter. «Marco wird stärker zurückkommen, wer ihn abschreibt, kennt ihn überhaupt nicht», sagt Collaviti. Andererseits ist er sehr gespannt, welchen Entwicklungsschritt nun Mvogo machen wird. «Yvon wird erleben, dass es nicht so einfach ist, Goalie von YB zu sein», sagt Collaviti. «Er wird zuerst einen Bonus haben, aber danach erwarten die Fans, dass er die Unhaltbaren hält.» Das sei so in Bern, fügt er an. Er spreche aus Erfahrung.

Mit 19 Jahren ist Yvon Mvogo übrigens längst nicht der jüngste Torhüter, der in der höchsten Schweizer Liga spielte. Sascha Studer debütierte am 1. April 2007 mit 15 Jahren, 6 Monaten und 29 Tagen für den FC Aarau in der Super League, schaffte den grossen Sprung aber nicht. Einige ehemalige Torhüter-grössen wehrten ebenfalls bereits als Teenager die Bälle in der höchsten Liga ab. Roger Berbig bestritt mit 18 Jahren seinen ersten Einsatz für GC in der Nationalliga A. Jörg Stiel tauchte als 19-Jähriger in der höchsten Liga auf. Beide waren danach auch während mehrerer Jahre jeweils die Nummern 1 der Schweizer Nationalmannschaft.

Die Wurzeln in Kamerun

Forte traut dem 1,88 m grossen Mvogo zu, dass dieser einst in die Fussstapfen von Berbig und Stiel treten kann. Mvogo kam einst mit seiner Mutter von Kamerun in die Schweiz, als er noch ein Baby war. Als Bub spielte er zuerst in seinem Wohnort Marly Basketball, mit 12 Jahren wechselte er zum Fussball. Über den FC Freiburg kam er zu den Young Boys.

Letztes Jahr habe Mvogo seinen Vater und das Land seiner Wurzeln besucht, erzählt Collaviti. Im Breitenrain hat Mvogo eine Wohnung, «doch er weilt oft bei seiner Mutter in Freiburg, und das ist auch gut so», sagt Collaviti.

Das Spiel am Sonntag um 13.45 Uhr gegen St. Gallen im Stade de Suisse wird auch für den Goalietrainer ein besonderes sein. Er vermutet: «Ich werde womöglich aufgeregter sein als Yvon.» (Der Bund)

Erstellt: 14.12.2013, 08:26 Uhr

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