Wo die nächsten Weltmeisterschaften stattfinden

Am Donnerstag entscheidet die Fifa in Zürich, wo die Weltmeisterschaften 2018 sowie 2022 stattfinden werden. Der Prominenzfaktor wird ebenso riesig sein wie das Medieninteresse.

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Erstmals überhaupt vergibt die Fifa am 2. Dezember zwei Endrunden gleichzeitig. Dies sorgte im Vorfeld für zusätzliche (meist negative) Schlagzeilen. Überhaupt steht die Vergabe der beiden Weltmeisterschaften unter deutlich schlechteren Vorzeichen als die Vergaben der Endrunden für 2010 und 2014. Südafrika und Brasilien waren damals die klaren Favoriten.

Diese emotionale Ebene wurde durch die medialen und juristischen Sturmwinde der letzten Wochen noch grösser – und die Chancen der einzelnen Bewerber dadurch noch schwieriger vorherzusagen. Sicher dürfte bloss sein, dass für die (europäische) WM 2018 die Doppelkandidatur Holland/Belgien ebenso chancenlos ist wie die sich am Rande zum abenteuerlichen Sciencefiction bewegende Bewerbung Qatars für die (nicht europäische) WM 2022, wo die Scheichs ganze Stadien klimatisieren wollen.

Prominente Lobbyisten

Die technisch besten Dossiers haben gemäss Fifa-Bericht neben England die Doppelkandidaten Spanien/Portugal (2018) sowie Südkorea und die USA (2022) eingereicht. Allerdings werden für 2022 auch Australien gute Chancen eingeräumt. Es wäre die erste WM in Ozeanien. Dem Lobbyieren kommt bei der unklaren Ausgangslage neben der technischen Qualität der Dossiers sowie den Präsentationen bis zuletzt eine grosse Bedeutung zu, und deshalb nehmen die Kandidaten die populärsten und politisch einflussreichsten Leute mit ins Boot.

So soll die englische Delegation mit Premierminister David Cameron, Prinz William und Fussball-Star David Beckham nach Zürich reisen. Die Russen dürften von Ministerpräsident Wladimir Putin angeführt werden. Und für die Amerikaner ist Ex-Präsident Bill Clinton am Start. Auch die Medienpräsenz wird riesig sein: Über 1000 Journalisten haben sich für das Event akkreditiert, knapp 70 TV-Stationen werden aus Zürich live berichten. DerBund.ch/Newsnet informiert am Donnerstag ab 16 Uhr live über die WM-Vergabe. Fifa-Präsident Sepp Blatter wird die Gewinner in der Messe Zürich der Öffentlichkeit bekannt geben.

Blatter hat den Stichentscheid

Entscheidend dürfte am Ende sein, wohin in den voraussichtlich mehreren Wahlgängen die Stimmen für die ausgeschiedenen Kandidaturen gehen. Das Prozedere ist analog zu den Bundesratswahlen. Es braucht das absolute Mehr. Wenn dieses keine Kandidatur erreicht, scheidet die Bewerbung mit den wenigsten Stimmen aus. Haben am Ende zwei Kandidaturen gleich viele Stimmen, hat Blatter den Stichentscheid.

Bereits am Mittwoch beginnen die Präsentationen der neun Bewerber im Home of Fifa auf dem Zürichberg. Zunächst werden die Kandidaten für die WM 2022 ihre Bewerbung präsentieren. Australien beginnt um 14 Uhr als erster Kandidat, gefolgt von Südkorea, Qatar, den USA sowie Japan. Am Donnerstagmorgen präsentieren sich die Bewerber um die WM 2018: Holland/Belgien startet um 9 Uhr mit seiner Präsentation, danach folgen Spanien/Portugal, England und zum Abschluss Russland. Die Präsentationen dauern maximal eine Stunde. Die Reihenfolge wurde vorher ausgelost.

DerBund.ch/Newsnet

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