Wie aus «Tarzan» ein Barcelona-Star wurde

Ivan Rakitic trifft in einer Hotelbar seine spätere Ehefrau, muss um ihre Gunst kämpfen – und wird dank ihr zum ganz grossen Fussballer.

Für Rakitic war es Liebe auf den ersten Blick. Im Juni 2015 heiratete «Tarzan» seine «Jane». Bild: Keystone.

Für Rakitic war es Liebe auf den ersten Blick. Im Juni 2015 heiratete «Tarzan» seine «Jane». Bild: Keystone.

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Sie verdienen Millionen, fliegen um die Welt, befinden sich scheinbar weit weg von geerdeten Menschen. «Auch Fussballer kochen nur mit Wasser», versucht einen das Sprichwort zu beruhigen, viel wahrscheinlicher ist aber, dass die Stars gar nie selber vor dem Herd stehen. Eine Geschichte, wie sie der heutige Barcelona-Spieler Ivan Rakitic in «The Players Tribune» erzählt, ist ein seltenes Beispiel für das Gegenteil. Ein Beispiel für einen Fussballstar, der zugibt, sich einsam gefühlt zu haben. Einer, der von der Liebe auf den ersten Blick getroffen wurde. Und der bis heute eine Karriere erlebt, die durch die Begegnung mit der späteren Mutter seiner zwei Töchter so richtig in Fahrt kam.

21 Jahre alt ist Rakitic 2011, als er in Sevilla ankommt. Der Kroate wuchs in der Schweiz auf, seine Familie war noch vor seiner Geburt wegen der Jugoslawienkriege geflüchtet. Rakitic durchlief die Juniorenteams in Basel, wurde Stammspieler und wechselte zu Schalke. «Ich war ein ziemlich guter Spieler. Aber ich war manchmal auch einsam und fühlte, dass ich etwas vermisste.»

Dann kommt dieser Abend in Südspanien. Rakitic steht kurz vor einem Wechsel zu Sevilla, es fehlen noch die Formalitäten. Sein Bruder begleitet ihn. Bevor die beiden ins Bett gehen, will Ivan in der Hotelbar noch etwas trinken gehen. Eine Entscheidung, die sein Leben verändern wird. «Die Frau, die an der Hotelbar arbeitete war… wow. Sie war so wunderschön.»

Wegen der Kellnerin bleibt er in Sevilla

Während die beiden in der Bar sitzen, ruft der «Manager eines anderen grossen europäischen Teams» an. Er würde ein Flugzeug nach Sevilla schicken, Rakitic abholen, damit er bei ihnen unterschreiben könne. «Es wäre die einfachere Lösung gewesen als Sevilla. Nach Spanien zu gehen, war ein grosser Schritt für mich. Neues Land, neue Sprache. Ich kannte niemanden.»

Rakitic aber hat dem Präsidenten von Sevilla bereits zugesagt. Und dann ist da noch diese Kellnerin. «Siehst du unsere Bedienung? Ich werde für Sevilla spielen und ich werde diese Frau heiraten», erklärt Ivan seinem Bruder seine Entscheidung.

Es ist der Beginn einer «Liebesgeschichte wie aus Hollywood». Rakitic geht täglich in die Bar, verständigt sich so gut es eben geht. «Guten Tag, Raquel. Einen Kaffee und ein Fanta», ist sein Standardsatz. Raquel ihrerseits spasst in bescheidenem Englisch: «Ich … Jane. Du … Tarzan.»

Die Liebe als Motivation

Trotz Liebe auf den ersten Blick muss Rakitic um Raquels Gunst kämpfen. «Du bist ein Fussballer. Du könntest bereits nächstes Jahr in ein anderes Land gehen», sagt sie Rakitic und findet stets eine Ausrede, nicht mit ihm ausgehen zu können.

«Sie war Teil meiner Motivation. Ich musste mich im Team behaupten, ihr zeigen, dass mich Sevilla im nächsten Sommer nicht verkaufen wird.» Erst 7 Monate später folgt das erste Date, sechs Jahre danach sind sie verheiratet und Eltern zweier Töchter. «Als ich meine spätere Ehefrau traf, wusste ich: Ich habe etwas, wofür ich spielen kann. Sie brachte meine Karriere auf ein neues Level.»

Rakitic führt sein Team als Captain zum Europa-League-Titel. Verkaufen muss ihn Sevilla nicht, es darf. Und auch Raquel kommt mit nach Barcelona, wo der «Tarzan» aus der Hotelbar alles gewinnt, was es im Clubfussball zu gewinnen gibt. Viel harziger aber war die Eroberung seiner Frau: «Es war schwieriger, als die Champions League zu gewinnen – und es dauerte fast gleich lang.» (te)

Erstellt: 28.09.2017, 10:24 Uhr

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