«Tut weh, mit leeren Händen dazustehen»

Nach der 1:2-Niederlage in Porto zeigen sich die YB-Spieler enttäuscht. Der Fokus liegt aber bereits auf dem Spitzenspiel gegen Basel (Sonntag, 16 Uhr).

Die Highlights vom Spiel FC Porto - YB.
(Quelle: Teleclub)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist kurz vor 23 Uhr Ortszeit in Porto, als die YB-Spieler nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Porto in der Mixed Zone eintreffen. Bei ihnen überwiegt natürlich die Enttäuschung. «Wir hätten gegen den FC Porto gut einen Punkt mitnehmen können. Das hört sich zwar gut an, aber es bringt uns nichts», sagt der eingewechselte Gianluca Gaudino. «Es war eine knappe Angelegenheit, schade haben wir bei dieser Möglichkeit nicht zuschlagen können», sagt Captain Fabian Lustenberger. Und Christian Fassnacht spricht von einem schmerzhaften Abend: «Es tut weh, mit leeren Händen dazustehen.»

YB hatte anfangs Mühe, ins Spiel zu finden. Der FC Porto setzte die Berner unter Druck, schnürte sie in der eigenen Platzhälfte ein, startete gar furios in das erste Gruppenspiel der Europa League. So stand es bereits nach sieben Minuten und einem Stellungsfehler vom europäischen Debütanten Nicolas Bürgy 1:0.

«Die Führung ging in Ordnung», weiss auch YB-Trainer Gerardo Seoane. «Wir brauchten Zeit, bis wir uns in unserem System gefunden hatten.» In der Dreierkette der Verteidigung spielten an der Seite von Frederik Sörensen die zwei jungen, aufstrebenden Berner Cédric Zesiger und der 24-jährige Bürgy, Lustenberger agierte wie bereits im Cup gegen Freienbach im defensiven Mittelfeld. Zesiger blieb meist stabil, Bürgy dagegen wirkte in den ersten 45 Minuten oft überfordert.

Viele Stammkräfte fehlen

Nach einer missglückten ersten Halbzeit machte er aber, wie auch der Grossteil der Mannschaft, einen besseren Eindruck, auch, weil der FC Porto einen Gang zurückgeschaltet hatte. So kam YB zu Chancen, richtig gefährlich wurde es allerdings nicht. So wurden beim Meister nach 90 Minuten nur drei Torschüsse notiert. Auf diesem Niveau ist das zu wenig.

Gerardo Seoane verlässt das Drachenstadion zwar mit einem hängenden Kopf. Aber er sah auch einige positive Aspekte, auf denen er aufbauen will. Die Aufgabe war keine einfache, denn zu den bereits verletzten Sandro Lauper, Mohamed Camara, Miralem Sulejmani, Christopher Martins und Marvin Spielmann gesellte sich am Mittwoch auch Nicolas Ngamaleu. Der Kameruner leidet an Adduktorenschmerzen und hatte deshalb die Reise nach Portugal gar nicht erst angetreten. Auch Torjäger Guillaume Hoarau war noch nicht ganz fit, sodass er erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam.

Ausgenommen von Spielmann sind das alles Spieler, die bei Seoane normalerweise in der Startelf stehen. «Die vielen Abwesenheiten merken wir natürlich, man kann keinen dieser Spieler 1:1 ersetzen», sagt Seoane. «Aber so kriegen andere Akteure die Möglichkeit, sich zu zeigen. Und es war schön zu sehen, gelang uns die Steigerung im zweiten Abschnitt.» Das stimme ihn positiv für die fünf noch folgenden Gruppenspiele.

Wichtiges Spiel am Sonntag

Am 3. Oktober geht es für YB europäisch weiter, dann werden die Glasgow Rangers, die zu Hause Feyenoord Rotterdam mit 1:0 bezwangen, im Stade de Suisse gastieren. Zuerst geht es für den Meister aber in der Meisterschaft weiter. Am Sonntag steht der Kracher gegen den FC Basel statt.

Basel hat sich gegen Krasnodar in Höchstform präsentiert. Mit 5:0 schossen sie die Russen aus dem St. Jakob Park. Krasnodar, ausgerechnet diese Mannschaft, die in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation verantwortlich dafür war, dass YB-Gegner Porto zum ersten Mal seit neun Jahren nicht in der Königsklasse mittun kann.

«Uns freut es immer, wenn eine Schweizer Mannschaft europäisch punkten kann», sagt der YB-Trainer. Nicht zuletzt wegen des Uefa-Koeffizienten. Ab Freitag liege der Fokus voll und ganz auf der Partie vom Sonntag, die für YB noch wichtiger sein dürfte als das Porto-Spiel. Sollte der Meister verlieren, würde der Rückstand auf Basel nach sieben Runden vier Punkte betragen. Bei einem Sieg würde der Meister wieder den Platz an der Tabellenspitze einnehmen.

Die Ausgangslage in der Super League ist wieder spannend, Lustenberger erwartet zwei Teams auf Augenhöhe. «Aber wir spielen zu Hause, also haben wir auch den Anspruch zu gewinnen.» Die Enttäuschung bei einer Niederlage gegen Basel, sie wäre um einiges grösser als noch in Porto.

Erstellt: 20.09.2019, 12:52 Uhr

Artikel zum Thema

Europa-Debüt für Bürgy: «Ein harter Beginn»

YB-Verteidiger Nicolas Bürgy hat gegen den FC Porto erstmals europäisch gespielt – und dabei Lehrgeld bezahlt. Mehr...

YB-Noten: Erst nach der Pause präsent

Beim 1:2 in Porto steigern sich die Young Boys in der zweiten Halbzeit deutlich. Ein Trio sticht heraus. Mehr...

Nicht mutig genug

Vor der Pause ungenügend, danach ordentlich – YB verliert in Porto zum Start der Europa League 1:2. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Fussballinteressiert?

Hintergrundinformationen, Trainerdiskussionen und Pseudo-Expertentum vom Feinsten.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bitte lächeln: Frankie die Bordeauxdogge stellt sein Löwenkostüm zur Schau. Er nimmt mit seinem Herrchen an der Tompkins Square Halloween Hundeparade in Manhattan teil (20. Oktober 2019).
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...