«Tottenham ist das beste Team der Liga»

Vier Punkte liegt Chelsea in England noch vor den Spurs, doch Trainer Conte findet die Mannschaft des Konkurrenten besser.

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«Tottenham ist das beste Team der Liga», sagte Chelsea-Trainer Antonio Conte nach der Niederlage seiner Mannschaft bei Manchester United. 0:2 verlor Chelsea im Old Trafford am Sonntag. 4:0 hatte Tottenham einen Tag zuvor gegen Bournemouth gewonnen. Damit ist das Titelrennen in England neu lanciert. Tottenham liegt noch vier Punkte hinter Chelsea. Nun träumen sie bei den «Spurs» im Norden Londons vom ersten Titel in der 25-jährigen Premier-League-Geschichte und dem ersten Ligatitel seit 1960.

Sechs Spielrunden vor Meisterschaftsende spricht Blues-Coach Conte von einer 50-Prozent-Chance auf den Titel für beide Teams. 13 Punkte betrug Chelseas Vorsprung auf die Tottenham Hotspurs in der Premier League noch am 18. März dieses Jahres. Dass der Meisterpokal das nächste Jahr in London lagert, scheint bei der momentanen Ausgangslage klar, das drittplatzierte Liverpool liegt bereits zwölf Verlustpunkte zurück.

«Es wird schwierig für uns. Tottenham befindet sich in bestechender Form und spielt Fussball mit grosser Begeisterung. Die «Spurs» wissen um ihre Chance, Geschichte zu schreiben» sagt Conte. Chelseas jüngste Niederlage nimmt der Italiener auf sich, er habe sein Team nicht genügend motivieren können, ausserdem hätten Konzentration und Ehrgeiz gefehlt. Keinen einzigen Torschuss brachten die Londoner im Old Trafford zu Stande.

Gegensätzliches Restprogramm

Es soll schwierig werden für Chelsea? Glaubt das Conte wirklich oder ist es Understatement? Sehr vieles spricht noch immer für den Milliardärsclub von Roman Abramowitsch. Mit Watford, Southampton, Everton, Middlesbrough, West Bromwich und Sunderland hat Chelsea ein vergleichsweise einfaches Restprogramm. In der Hinrunde gewannen die Blues diese sechs Duelle. Tottenham muss selbst bei sechs eigenen Siegen auf weitere Chelsea-Stolperer hoffen. Den Spurs stellen sich noch Teams wie Manchester United, Arsenal und Leicester City entgegen.

Was aber bleibt aus der Momentaufnahme: Die zwei 4:0-Heimsiege in Folge sind Ausdruck der Spielfreude Tottenhams, einem Team, das mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln dem grossen Chelsea Paroli bietet. Seit 2014 steht Mauricio Pochettino an der Seitenlinie der White Hart Lane und führte den Club stets unter die besten Fünf der Premier League. Der 45-Jährige hat keinen Abramowitsch und steht an der Basis der starken Entwicklung. Heutige Starspieler wie Dele Alli oder Eric Dier kamen zeitgleich mit dem argentinischen Trainer für etwas mehr als sechs beziehungsweise fünf Millionen Euro, heute sind sie englische Nationalspieler und ein Vielfaches wert. Pochettino findet: «Wenn man analysiert, woher wir kommen, ist das eine fantastische Zeit für Tottenham. Bei uns geht es nicht um Geld, Geld und nochmals Geld. Wir sind ein natürlicher Prozess. Das macht uns einzigartig.»

Kane im Kreise von Legenden

Topskorer Harry Kane stammt aus dem eigenen Nachwuchs und schoss sich an diesem Wochenende in einen exklusiven Kreis. Das 3:0 gegen Bournemouth war sein 20. Saisontreffer. Zum dritten Mal hintereinander erzielte er 20 oder mehr Tore in einer Spielzeit. Dies schafften vor ihm nur die Premier-League-Heroen Alan Shearer, Ruud van Nistelrooy und Thierry Henry.

Tottenham aber ist in der Offensive noch viel mehr als Kane. Trifft er für einmal nicht, tun es Mittelfeldspieler Alli (16 Liga-Treffer) , der quirlige Linksaussen Heung-Min Son (12) oder der abschlussstarke Däne Christian Eriksen (7). Spielfreude und Begeisterung sind es, die Conte bei Tottenham beeindrucken. Obwohl kein Team weniger Treffer kassiert, schiessen die Spurs hinter Liverpool am zweitmeisten Tore und beeindrucken mit einem Torverhältnis von +46, und stehen damit um acht Treffer besser als Chelsea da. Kreativ zeigen sich die Spieler auch beim Abklatschen nach Torerfolgen. Vor allem der Südkoreaner Son dürfte sich einige Zeit für die Jubelvarianten nehmen (Video unten).

In krassem Gegensatz zum spannenden Titelkampf in England steht das europäische Abschneiden der Spitzenreiter von der Insel. Chelsea konnte international wegen den schlechten Resultaten in der vergangenen Saison gar nicht erst teilnehmen, in der Europa League hiess die Endstation für Tottenham in den Sechzehntelfinals KAA Gent. Im FA-Cup allerdings sind beide Liga-Spitzenteams noch vertreten. Dort kreuzen sich am nächsten Samstag im Halbfinal im Wembley ihre Wege. Die Fans dürfen sich auf ein letztes Direktduell freuen. Eines, das der Liga im Restprogramm fehlt. Leider. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.04.2017, 18:25 Uhr

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Premier League

38. Runde

21.05.Arsenal London - Everton3 : 1
21.05.Burnley - West Ham1 : 2
21.05.Chelsea London - Sunderland5 : 1
21.05.Hull - Tottenham1 : 7
21.05.Leicester - Bournemouth1 : 1
21.05.FC Liverpool - Middlesboro3 : 0
21.05.Manchester United - Crystal Palace2 : 0
21.05.Southampton - Stoke0 : 1
21.05.Swansea - West Bromwich Albion2 : 1
21.05.Watford - Manchester City0 : 5
Stand: 21.05.2017 17:55

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Chelsea London38303585:3393
2.Tottenham38268486:2686
3.Manchester City38239680:3978
4.FC Liverpool382210678:4276
5.Arsenal London38236977:4475
6.Manchester United381815554:2969
7.Everton3817101162:4461
8.Southampton3812101641:4846
9.Bournemouth3812101655:6746
10.West Bromwich Albion381291743:5145
11.West Ham381291747:6445
12.Leicester381281848:6344
13.Stoke3811111641:5644
14.Crystal Palace381252150:6341
15.Swansea381252145:7041
16.Burnley381172039:5540
17.Watford381172040:6840
18.Hull38972237:8034
19.Middlesboro385132027:5328
20.Sunderland38662629:6924
Stand: 21.05.2017 17:55

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