Starkes Zeichen zum Jahresabschluss

YB rennt im «Finalspiel» gegen Sparta Prag lange erfolglos an. Hoaraus Penalty und Steffens Sololauf sichern den Bernern die Qualifikation für die Sechzehntelfinals.

Das erlösende Penaltytor: Hoarau bezwingt Sparta-Goalie Stech in der 76. Minute mit etwas Glück zum vorentscheidenden 1:0.

Das erlösende Penaltytor: Hoarau bezwingt Sparta-Goalie Stech in der 76. Minute mit etwas Glück zum vorentscheidenden 1:0.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Ruedi Kunz

YB und Finalspiele: Das war in den ­letzten Jahren eine unglückselige Geschichte gewesen. In den Cupfinals von 2006 und 2009 gegen den FC Sion trotteten die Berner als Verlierer vom Platz. 2008 und 2010 jagte ihnen der FC Basel in der Endrunde den Meisterkübel ab. Gestern Abend nun, als die Young Boys in einer selbst deklarierten «Finalissima» um den Einzug in die Sechzehntelfinals der Europa League kämpften, standen sie endlich einmal auf der Sonnenseite, machten einen sogenannt «Big Point».

Als der 2:0-Erfolg gegen die spielerisch starke Sparta Prag kurz vor 23 Uhr feststand, gab es von der grossen Mehrheit der etwas mehr als 15000 Zuschauer Standing Ovations. Passend zur Feststimmung war die Botschaft auf einem Transparent, welches die Sieger auf dem Feld präsentierten. «Merci Fans, we love you», war auf dem Leintuch zu lesen.

Die Berner lieferten am Donnerstagabend einen weiteren Beweis ihrer Heimstärke im Europacup ab. Zum siebten Mal in Folge verliess die Gastmannschaft das Stade de Suisse als Verlierer. Für Sparta Prag war es ein bitterer Abend. Es begann damit, dass Topskorer David Lafata wegen seiner Rückenbeschwerden nicht spielen konnte. Sein Ersatz Prikryl verbreitete nicht halb so viel Gefahr wie der 33-Jährige im Hinspiel gegen YB verbreitet hatte. Dennoch kamen die variantenreich angreifenden Tschechen in der ersten Halbzeit zu mehreren guten Chancen. Die beste vereitelte Mvogo mit einem prächtigen Hechtsprung.

Kubo, immer wieder Kubo

Yuya Kubo hätte zum Helden des Abends werden können. Auf dem Statistikblatt standen hinter dem Namen des Japaners schon zur Pause drei Torschüsse. Was seinen Abschlüssen fehlte, war die ­Präzision. Einmal, als er einen Gajic-Steilpass ersprintete, schoss er den Ball ins Aussennetz, einmal dem bereits halb am Boden liegenden Stech in die Arme. Versuch Nummer 3 lenkte Spartas Nummer 2 zur Seite. Dieser war auch parat, als Hoarau in der 48. Minute einen seiner gefürchteten Kopfbälle platzierte. Kurz darauf wuselte sich Kubo an drei Gegnern vorbei, doch dann fehlte ihm der klare Kopf.

Desgleichen sein Kollege Steffen, der zur Unzeit nahe der Grundlinie dribbelte, statt den Ball in die Mitte zu spielen, wo sich Hoarau freigelaufen hatte (71.). Viel besser machte es der ungestüme Freigeist aus dem Kanton Aargau drei Minuten später. Seine hohe Flanke sorgte für Panik in der Sparta-Abwehr. Kaderabek drückte Vilotic zu Boden. Hoarau schoss YB mit etwas Glück ins Glück. Das Glück war den tüchtigen Bernern auch hold, als Verteidiger Holek rund sieben Meter vor dem YB-Tor weit darüberschoss. Das war ­alles vergessen, als Steffen in der 94. Minute einen Konter mit einem famosen Sololauf erfolgreich abschloss.

Inter, Fiorentina, Everton

Als Belohnung für die starken Auftritte zu Hause winken nun attraktive Gegner wie Inter, Fiorentina oder Everton. Die Auslosung findet kommenden Montag um 13 Uhr in Nyon statt. Dann werden sich die meisten Spieler bereits fernab von Bern von den Strapazen der 30 Wettbewerbsspiele im zweiten Halbjahr 2014 erholen. Spätestens am 4. Januar werden sie aus den Ferien zurückkehren müssen, denn am Tag darauf beginnt die Vorbereitung für die Rückrunde.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt