Stadt Bern will Fanmärsche vor Cupfinal tolerieren

Vor dem Cupfinal werden die Fans von FCZ und YB vom Berner Stadtzentrum zum Stade de Suisse marschieren. Die Stadt will die Märsche trotz der Erfahrungen von 2014 tolerieren.

Unschöne Szenen in der Berner Innenstadt: FCZ-Fanmarsch vor dem Cupfinal 2014.

Unschöne Szenen in der Berner Innenstadt: FCZ-Fanmarsch vor dem Cupfinal 2014. Bild: Tobias Anliker

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Den Ostermontag 2014 haben Bernerinnen und Berner in unguter Erinnerung: Vor dem Fussball-Cupfinal kam es damals während der Märsche von FCZ- und FCB-Fans zu Sachbeschädigungen in der Innenstadt und Ausschreitungen vor dem Stadion. Die Stadt Bern verzichtete in der Folge während Jahren auf die Durchführung des Traditionsanlasses – der Cupfinal YB – FCZ vom kommenden 27. Mai ist der erste, der nach der damaligen Eskalation wieder im Stade de Suisse stattfindet.

Konzept Wankdorf/Ostermundigen kaum durchsetzbar

Vor dem Match, der höchstwahrscheinlich ausverkauft sein wird, ist heute klar: Auch heuer wird es zu Fanmärschen vom Stadtzentrum zum Stadion kommen. Noch Anfang März hatte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) im Hinblick auf den diesjährigen Final ein neues Konzept für die Fanmärsche angekündigt: Die Anhänger der beiden Finalisten wären demnach getrennt an den Bahnhöfen Wankdorf und Ostermundigen im Norden der Stadt angekommen und hätten von dort aus Märsche zum nahen Stadion organisiert.

Dieses Wunschkonzept des Stadtpräsidenten liess sich nun offenbar nicht durchsetzen: Dagegen sprach offenbar vor allem, dass einer der Finalteilnehmer YB heisst: «Mit der Cupfinal-Teilnahme von YB hat sich die Situation natürlich grundlegend verändert», sagte am Montag der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Anfrage. Es sei «der Wunsch vieler YB-Fans, sich in der Innenstadt zu besammeln», und der Weg zum Stadion führe für viele Stadtberner ohnehin durchs Zentrum, so der CVP-Politiker.

Drohende Trotzreaktion der FCZ-Fans

Den Zürcher Fans kann Nause allerdings kaum verweigern, was er den YB-Anhängern erlaubt – zumindest nicht, ohne beim FCZ-Anhang eine Trotzreaktion zu provozieren, wie er durchblicken lässt: «Auch aus Zürich kam letztlich der Wunsch nach einem Marsch vom Hauptbahnhof zum Stadion», so Nause. Man habe «im Sinne der Gleichbehandlung versucht, die Wünsche der beiden Fangruppen in Übereinstimmung zu bringen». Aufgrund der Kontakte mit den Fanverantwortlichen sei man «optimistisch, die Fans räumlich aneinander vorbeizubringen», ohne dass es zu Szenen wie vor vier Jahren komme.

Via Lorraine- und Kornhausbrücke?

Mit Hinweis auf den formell noch ausstehenden Beschluss des Gesamtgemeinderats zu dem Sicherheitskonzept machte Nause keine Angaben zu den konkret geplanten Routen für die FCZ- und für die YB-Fans. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten darf aber davon ausgegangen werden, dass die Berner auf der Achse Kornhausbrücke–Breitenrain und die Zürcher via Lorrainebrücke–Wylerquartier zum Stadion gelotst werden sollen.

Sechs FCZ-Extrazüge

Lukas Meier von der Fanarbeit Bern wollte am Montag zum Thema Fanmarsch keine Stellung nehmen. Beim FCZ war auf Anfrage niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die FCZ-Fans kündigen auf ihrer Website suedkurve.ch jedoch an, mit «mehreren Extrazügen» anzureisen, die «ab Zürich HB an den Hauptbahnhof Bern fahren werden». SBB-Sprecher Christian Ginsig bestätigte auf Anfrage, dass für die FCZ-Fans der Einsatz von sechs Extrazügen geplant ist. Detaillierte Angaben zum Fahrplan machte er nicht. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.05.2018, 16:16 Uhr

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