Sforza will die Kirche im Dorf lassen

Der neue Thun-Trainer will sich mit seinem Team nach vorne orientieren. Konkrete Tabellenziele nennt er jedoch nicht.

Präsident Markus Lüthi, Dominik Albrecht (Leiter Koordination) und Sportchef Andres Gerber (von links) applaudieren Ciriaco Sforza beim Einlauf in die Stockhorn Arena.

Präsident Markus Lüthi, Dominik Albrecht (Leiter Koordination) und Sportchef Andres Gerber (von links) applaudieren Ciriaco Sforza beim Einlauf in die Stockhorn Arena.

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Ciriaco Sforza, welchen Eindruck haben Sie von Ihrer neuen Mannschaft? Einen sehr guten. Das Team lebt, es hat Freude am Fussball. Wobei ich ehrlich gesagt nichts anderes erwartet habe. Mein Vorgänger hat schliesslich Urs ­Fischer geheissen. (schmunzelt)

Aarau und Lugano haben Sie eine Absage erteilt, weil Sie das Gefühl hatten, die Vereine passten nicht zu Ihnen. Wieso ist der FC Thun die richtige Adresse? Weil die Wege kurz und die Strukturen klar sind. Weil das Team über eine klare Ordnung und Hierarchie verfügt. Weil der Sportchef, der Präsident und ich die gleiche Sprache sprechen.

Welche Philosophie verfolgen Sie? Mein Ziel ist es, mit Thun einen mutigen, frechen Fussball zu spielen und das Team im taktischen und technischen ­Bereich einen Schritt weiterzubringen.

Wohin soll dieser Fussball den Club führen? Es wäre sehr unklug von mir, wenn ich verkünden würde, der FC Thun müsse im Minimum Dritter werden. Was klar ist: Wir haben ein gut organisiertes Team, welches sich bei der Gegnerschaft viel Respekt verschafft hat. Also spricht auch nichts dagegen, dass wir uns in der Meisterschaft nach vorne orientieren.

Sie haben bis jetzt keinen Vertrag unterschrieben bei Ihrem neuen Arbeitgeber, was sehr ungewöhnlich ist im Profifussball. Weshalb? Es ging in den letzten Tagen alles sehr schnell, und es war für mich nicht das Wichtigste, ein Papier in den Händen zu haben. Ich habe in den Gesprächen das Vertrauen des Sportchefs und des Präsidenten gespürt, was mir fürs Erste genügt. In den nächsten Tagen werden wir die offenen Fragen wie Vertragsdauer und Lohn ausdiskutieren und alles schriftlich festhalten.

Das hätten Sie am Anfang Ihrer Trainerkarriere kaum getan? Bestimmt nicht. Doch der Ciriaco Sforza von heute ist mit dem Ciriaco Sforza von vor ein paar Jahren nicht mehr zu vergleichen. Ich bin heute ehrlicher zu mir und höre viel mehr auf mein Bauchgefühl als früher.

Hat das mit dem persönlichen ­Absturz zu tun, welcher Sie nach Ihrem Engagement bei GC erlitten? Ja. Ich habe eine sehr schwierige Zeit durchgemacht nach meinem Rücktritt als GC-Trainer. Ich fühlte mich einsam, leer und traurig. Weiter möchte ich mich an dieser Stelle nicht zu diesem Thema äussern – auch weil ich es schon mehrmals öffentlich getan habe. Das Wichtigste ist: Ich bin wieder voller Energie und Tatendrang.

Was sagen Sie zur Inszenierung Ihres Amtsantritts? Das müssen Sie den Präsidenten fragen. Es war seine Idee. (schmunzelt)

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt