Die Brüder Schneuwly sind wieder vereint

Marco Schneuwly wechselt per sofort von den Young Boys zum FC Thun. Der Stürmer war unter Christian Gross meistens nur dritte Wahl.

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Ruedi Kunz

Was im Frühsommer 2011 noch im letzten Moment scheiterte, hat nun im zweiten Anlauf geklappt: Marco Schneuwly trägt ab sofort den Dress des FC Thun. Gestern gaben die beiden Vereine bekannt, dass der Freiburger in den nächsten Tagen bei den Thunern einen Vertrag bis Sommer 2014 unterschreiben wird. Eigentlich handelt es sich um eine reine Vollzugsmeldung, denn YB hatte seit längerem signalisiert, man lasse Schneuwly ziehen, sobald genügend neue Stürmer vorhanden seien. Nach aktueller Lesart handelt sich dabei um den Venezolaner Josef Martinez und Michael Frey (U-21).

Marco Schneuwly genoss bei Trainer Christian Gross, der Anfang Saison auf ihn setzte, bald kein grosses Vertrauen mehr. Der Zürcher gab sein Vertrauen stattdessen Mayuka und Ben Khalifa. Für Schneuwly war es eine frustrierende Erfahrung. Dennoch liess er sich nicht hängen, kämpfte und rackerte im Training unverdrossen weiter. Etwas anderes hätte auch nicht zum vorbildlichen Profifussballer gepasst.

«Ich freue mich auf Neuanfang»

Schneuwly sagt rückblickend: «Vom sportlichen Standpunkt her blicke ich auf ein verlorenes halbes Jahr zurück.» Deshalb fällt ihm der Abschied von YB, wo er seit 2002 unter Vertrag stand, auch nicht allzu schwer: «Ich freue mich auf den Neuanfang beim FC Thun.» Dort trifft der bald 27-Jährige auf etliche vertraute Gesichter. Allen voran auf seinen jüngeren Bruder Christian, der auf die laufende Saison hin leihweise zu den Oberländern wechselte. Regen Kontakt pflegt Marco Schneuwly auch mit Marc Schneider, den er wie Enrico Schirinzi, Dennis Hediger und Thomas Reinmann aus gemeinsamen YB-Zeiten kennt.

Schneuwly war 17-jährig, als er bei YB seinen ersten Vertrag unterschrieb. Die ersten zwei Saison verbrachte er bei der U-21-Auswahl, wo ihm in 41 Meisterschaftspartien beachtliche 27 Tore gelangen. Es folgten zwei mässige Saisons in der ersten Mannschaft. Der Durchbruch gelang dem Wünnewiler erst nach Lehr- und Wanderjahren beim damaligen Challenge-League-Vertreter Sion und dem SC Kriens. Unter Trainer Martin Andermatt durfte sich Marco Schneuwly erstmals Stammspieler nennen. Seine statistisch beste Saison erlebte er 2008/2009 (32 Partien/9 Tore). In der Spielzeit 2009/2010 bildete Schneuwly zusammen mit Doumbia und Regazzoni ein starkes Sturmtrio – bis ihn Ende November 2009 eine schwere Verletzung stoppte. Nach dem Kreuzbandriss schaffte er es nicht mehr, sich über längere Zeit einen Stammplatz zu erobern.

Gerber: «Gehen kein Risiko ein»

Gestern verabschiedete sich Marco Schneuwly von seinen alten Teamkollegen, mit denen er in Südspanien im Trainingslager weilte. Heute bestreitet der Angreifer bereits das erste Training für seinen neuen Arbeitgeber. Thun-Sportchef Andres Gerber lobt die Neuverpflichtung in den höchsten Tönen: «Mit der Verpflichtung von Marco Schneuwly gehen wir kein Risiko ein. Er passt sportlich und menschlich ausgezeichnet zu uns.» Mit der Ankunft des Freiburgers verschärft sich der Konkurrenzkampf im Angriff. Um einen Platz streiten sich nunmehr Mauro Lustrinelli, Milaim Rama, der Brasilianer Fabiano und der ältere Schneuwly.

Der Bund

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