Petkovic hat doch kein Luxusproblem

Der Nationalcoach bastelt derzeit viel an Personal und Formation. Nur einer ist fast immer gesetzt.

Für ihn ist es die Hauptsache, dass er spielt – egal wo. Haris Seferovic äussert sich zu seiner Aufstellung auf der rechten Aussenbahn. (Video: Fabian Sanginés)

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Haris Seferovic erzielte für die Nationalmannschaft schon wichtige Tore. In der Qualifikation für die WM 2014 das kapitale 1:0 gegen Zypern in der 90. Minute, an der WM in Brasilien dann das 2:1 gegen Ecuador in der 93. Minute.

Seither hat er es vorgezogen, weniger bedeutende Tore zu schiessen. Gegen San Marino, Estland, Andorra, Lettland, Japan oder auch gegen Island, wenn es schon 3:0 steht. Vor allem ist er immer wieder aufgefallen als Stürmer, der seine Chancen vergibt. Wie letzten November in der WM-Barrage gegen Nordirland, wo er unter Pfiffen aus dem Publikum vom Platz ging.

Nur einer hat nie an Seferovic gezweifelt: der Nationaltrainer. Von den 48 Länderspielen der Schweiz mit Vladimir Petkovic hat er nur fünf verpasst. Sonst hat er die Nibelungentreue des Trainers gespürt. Keiner hat so viele Einsätze seit dem August 2014 wie er, kein Shaqiri (41), Xhaka (40) oder Lichtsteiner (37).

Seferovic auf dem Flügel verloren

Letzten Freitag in Belgien ist Seferovic wieder so glücklos wie oft, er reibt sich auf und kriegt kaum Bälle. Am Montag reagiert Petkovic und stellt Mario Gavranovic ins Sturmzentrum, den Torschützen von Brüssel. Für Seferovic findet er trotzdem einen Platz, jetzt einfach am rechten Flügel. «Er macht alles für die Mannschaft», erklärt er. In Reykjavik ist der Spieler auf der Seite verloren. Daran ändert auch das Tor nichts, mit dem er in der 52. Minute die Basis zum 2:1 legt.

Video: Die Schweizer Führung

Haris Seferovic trifft per Kopf zum wichtigen 1:0. (Video: SRF)

Petkovic gefällt sich derzeit darin, zu pröbeln und zu basteln, an System und Aufstellung. Den Versuch mit Seferovic könnte er sich aber schenken. Auf der Bank sitzen mit Renato Steffen, Edimilson Fernandes und Neuling Christian Fassnacht gleich drei Spieler, die sich auf dem Flügel wohlfühlen. Zusammen kommen sie in Belgien und Island auf 33 Minuten, Steffen trägt dazu genau nichts bei.

Die Jungen sind noch nicht so weit

Die rechte Seite steht gerade in der 1. Halbzeit für diesen schwachen Auftritt der Schweizer. Das hat auch mit Michael Lang zu tun, dem Rechtsverteidiger. Er selbst hat in diesen Tagen von einem «Luxusproblem» gesprochen, das der Coach auf dieser Position habe. Ganz so gross ist das Problem nicht, wenn Lang tempomässig überfordert ist wie in Brüssel und so kopflos agiert wie in Reykjavik. Er hat nicht die Präsenz von Stephan Lichtsteiner und nicht die Dynamik von Kevin Mbabu. Dass er das 2:0 erzielt, passt zu einem Spiel voller Zufälligkeiten.

Video: Aussenverteidiger Lang schiebt ein

Michael Lang ist an vorderster Front und macht das 2:0. (Video: SRF)

Das Wochenende in der Nations League hat auch sonst Bestätigungen geliefert. Auf Yvon Mvogo im Tor ist Verlass, dafür nicht auf Jacques François Moubandje als Ersatz von Linksverteidiger Rodriguez. Nico Elvedi kann an Ausstrahlung noch zulegen. Remo Freuler ist ein weiteres Mal durchgefallen, Denis Zakaria ist in der aktuellen Verfassung weit davon entfernt, die Lücke von Valon Behrami zu füllen. Und Xherdan Shaqiri ist dann am besten, wenn er sich auf sein Spiel konzentriert. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.10.2018, 13:51 Uhr

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