Nsame bestraft Stergious Fehler

In einer packenden Begegnung siegt Leader YB beim FC St. Gallen 3:2. Jean-Pierre Nsame trifft erneut zweimal.

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Fabian Ruch

Leonidas Stergiou ist 17, Yannis Letard 20 - die beiden Innenverteidiger stehen für die Jugendlichkeit der St. Galler Abwehr (Durchschnittsalter 19,75). Trainer Peter Zeidler fordert von ihnen, mutig zu sein und Risiken einzugehen. Das kann im positiven Fall zu spektakulären Aktionen führen, zu Überzahlsituationen im Aufbau und zu rasanten Angriffen.

Im schlechten Fall jedoch führt es zu Niederlagen. Wie am Samstagabend im packenden Heimspiel gegen die Young Boys. In der 80. Minute spediert Stergiou den Ball unbedrängt in die Füsse von Marvin Spielmann, und es sind die Young Boys, die sich in personeller Überzahl zum 3:2-Siegtreffer Jean-Pierre Nsames kombinieren. «Ein Unentschieden wäre für St. Gallen verdient gewesen», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Es war für uns das erwartet schwierige Spiel mit vielen Zweikämpfen.» Zeidler wiederum ärgert sich über den nervösen Start seines Teams, das sich aber toll aufgefangen habe. «Ich kann es kaum glauben, dass wir verloren haben», sagt er.

St. Gallen holt ein 0:2 dank Standardsituationen auf

Es ist im Kybunpark eine animierte Veranstaltung, mit sofort forschen, manchmal wilden, zu oft nachlässigen St. Gallern. Und mit einem YB, das vorerst die Übersicht behält und die defensiven Mängel des Gastgebers bestraft. In der 12. Minute gelingt Nsame nach feinem Angriff über Saidy Janko und Nicolas Ngamaleu das 0:1, nach einer halben Stunde erhöht Ulisses Garcia nach einem Fehlpass Stergious und erneut präziser YB-Ballstafette auf 0:2.

Noch allerdings sind die Young Boys weit von meisterlicher Stil sicherheit entfernt. Der massive Kaderumbau sowie die prominente Verletztenliste hinterlassen Spuren, das neu formierte Ensemble ist weiter im Findungsprozess. Und so finden die leidenschaftlichen St. Galler einen Weg zurück in die Partie. Einerseits, weil Jordi Quintilla kurz vor der Pause mit einem herrlichen Freistoss reüssiert. Und andererseits, weil Cedric Itten kurz nach der Pause einen Foulelfmeter verwandelt. «Wir waren in dieser Phase nicht ruhig genug», sagt YB-Captain Fabian Lustenberger. Aber er betont: «Niemand hat erwartet, dass wir einfach durch die Saison marschieren.»

Nsame profitiert vom Ausfall des Torjägers Hoarau

Was über weite Strecken der ersten Halbzeit nach einem Spaziergang für die Young Boys aussieht, entwickelt sich jedenfalls zu einer umkämpften Begegnung, in der YB wackelt und die St. Galler dem 3:2 näher sind. Auf den zweiten Aussetzer Stergious aber gelingt dem Gastgeber in den Schlussminuten keine Reaktion mehr.

Und so feiert YB den dritten Sieg in Serie und bleibt auf Rang 1, ohne restlos überzeugt zu haben. Noch immer fehlen den Bernern fünf verletzte Stammkräfte, wobei die Schlüsselspieler Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani nächste Woche wie Christian Fassnacht einsatzbereit sein dürften. Und Nsame zumindest profitiert von der Abwesenheit des Torjägers Hoarau. Der Kameruner traf bereits am letzten Sonntag gegen Lugano beim 2:0 doppelt und hat nun in einer Woche vier Tore geschossen.

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