Monfils hat das Rezept, wie man Federer schlägt

In den Achtelfinals des French Open heisst es in Paris heute zweimal Frankreich – Schweiz.

«Da ist so viel Adrenalin in mir»: Gaël Monfils ist voller Tatendrang.

«Da ist so viel Adrenalin in mir»: Gaël Monfils ist voller Tatendrang.

(Bild: Keystone)

René Stauffer@staffsky

Die Parallelen sind unheimlich. Im Gleichtakt absolvierten Roger ­Federer und Stan Wawrinka die erste French-Open-Woche, siegten klar am Sonntag, Mittwoch und Freitag. Nun stehen heute beide – wohl gleichzeitig ab ca. 17.30 Uhr – Franzosen gegenüber, die am Freitag fünf Sätze brauchten, in der Weltrangliste als 13. und 14. Nachbarn sind und in Jan de Witt zudem den gleichen Coach haben. Und sollten sie weiter siegen, würden sie sich am Dienstag in den Viertelfinals zum 19. Mal gegenüberstehen.

Das härtere Los dürfte Federer ­haben: Er trifft mit Gaël Monfils auf dem Chatrier-Court auf einen Gegner, gegen den er drei der letzten fünf Partien verlor und bei der wichtigsten davon, im Viertelfinal des US Open 2014, zwei Matchbälle abwehren musste. Und dem am Freitag neues ­Leben eingehaucht wurde, nachdem er gegen Pablo Cuevas 1:2 Sätze und mit Doppelbreak 1:4 zurücklag. Monfils hat zwar schon fünf Sätze abgegeben – Federer keinen, ­Wawrinka einen –, doch er sagt: «Ich mag müde sein, aber ich spüre das nicht, denn da ist so viel Adrenalin in mir.»

Paris mit dem grossen Support der Fans sei für ihn magisch, sagt Monfils, der zu den spektakulärsten und unberechenbarsten Spielern gehört und in Roland Garros nun am meisten Fünfsatzpartien gewonnen hat (10). Am French Open half ihm diese Magie ­gegen Federer aber bisher nichts. Schon dreimal standen sie sich hier gegenüber, stets siegte der Baselbieter – 2008 im Halbfinal in vier Sätzen, 2009 und 2011 jeweils im Viertelfinal in drei.

«Federer mag es nicht, wenn die Zuschauer nicht hinter ihm stehen»

Federer führt gegen Monfils 8:4, und eine dieser vier Niederlagen ist ohne Aussagekraft, da er beim Davis-Cup-Final in Lille nach seiner Rückenverletzung noch sehr vorsichtig spielte. Trotzdem glaubt Monfils, der zuletzt in Monte Carlo gewann, das Rezept gegen ihn gefunden zu haben: Er müsse versuchen, seinen eigenen Rhythmus zu finden und nicht in Federers Falle zu tappen und sich hetzen zu lassen. Wenn ihm das gelänge, könne er Federer enervieren. «Am US Open merkte ich auch, dass Roger unglücklich ist, wenn die ­Zuschauer nicht hinter ihm stehen. Und das wird mir hier sehr helfen.»

Zwischen Wawrinka und Simon , die auf dem Lenglen-Court spielen, steht es 2:2. Für Wawrinka spricht die Formkurve – und die Tatsache, dass er am French Open schon drei grosse Siege gegen Franzosen feierte: 2011 schlug er Tsonga, 2012 Simon, 2013 Gasquet.

Die 3. Runde ging gestern ohne Überraschung zu Ende. Djokovic und Murray gaben gegen die Australier Kokkinakis und Kyrgios ebenso keinen Satz ab wie Nadal gegen Kusnezow.

SonntagsZeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt