Lieber den Spatz in der Hand

Marco Wölfli verlängert bei den Young Boys. Der Entscheid ist nachvollziehbar: Wölfli hätte kaum ohne Weiteres einen neuen, vergleichbar bezahlten Arbeitsplatz gefunden.

In wohlvertrauter Umgebung: Marco Wölfli (2. v. r.).

In wohlvertrauter Umgebung: Marco Wölfli (2. v. r.).

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Marco Wölfli mag sich mit 32 nicht mehr in ein Abenteuer stürzen. Der Grenchener zieht es vor, seine Karriere in wohlvertrauter Umgebung ausklingen zu lassen, als sich im fortgeschrittenen Alter anderswo beweisen zu müssen. Der Entscheid ist ein Stück weit nachvollziehbar, denn es ist alles andere als sicher, dass Wölfli im nächsten Sommer ohne Weiteres einen neuen, vergleichbar bezahlten Arbeitsplatz gefunden hätte. Für die allermeisten Super-League-Vereine ist der ehemalige Nationalmannschaftsgoalie zu teuer – oder aber zu alt.

Diese Komponente hätte auch einen Transfer an attraktive Adressen im nahen Ausland erschwert. Und irgendwo in den arabischen Raum oder nach Osteuropa mochte Wölfli aus familiären Überlegungen nicht gehen.

Erstaunlich ist, dass sich die langjährige Nummer 1 ohne aufzumucken mit der Rolle der Nummer 2 zufrieden gibt. Manch anderer verdiente Spieler hätte in der gleichen Situation wütend die Türe zugeschlagen und sich ohne lange zu zögern nach einem neuen Verein umgesehen.

Wobei hinter Wölflis Bekenntnis zu YB auch Kalkül steckt: Der Goalie weiss genau, dass sein Widersacher Yvon Mvogo eher früher als später sein Glück in einer grösseren Liga versucht. Dann könnte wieder seine Stunde schlagen, auch wenn die aktuelle Nummer 3, David von Ballmoos, nicht minder talentiert sein soll als Mvogo.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt