Lausanne, Winterthur, Wil, Le Mont-sur-Lausanne, Buochs

Cup-Blamage

Das Scheitern von YB in der Provinz hat System.

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Ruedi Kunz

Lausanne, Winterthur, Wil, Le Mont-sur-Lausanne und nun Buochs: Das sind die Orte, an denen YB in den letzten fünf Jahren seine Hoffnungen auf die Cup-Trophäe jeweils frühzeitig begrub. Am Tag nach der grössten Cup-Blamage sucht Fredy Bickel nach den richtigen Worten. Der Totalabsturz in Buochs wühlt den Sportchef auf.

«Es ist unglaublich. Wir schaffen es doch tatsächlich, in 90 Minuten kaputt zu machen, was wir uns zuvor während Monaten aufgebaut haben.» Es habe keine Warnzeichen gegeben, dass sich am Vierwaldstättersee ein Unwetter zusammenbrauen könnte. «Wir haben noch am Spieltag über Le Mont gesprochen, und ich hatte nicht das Gefühl, dass die Spieler die Aufgabe nicht ernst nehmen.»

Das Ausscheiden gegen Le Mont als Mahnmal – und dann eine solch desolate Vorstellung gegen Amateure aus der 2. Liga interregional. Das wirft Fragen auf: War sich YB seiner Sache zu sicher? Wie kann ein Team, das zwei Tage vor dem Match in Buochs in der Europa League einen Kantersieg landet, derart tief fallen innert kürzester Zeit? Bickel hat keine schlüssigen Antworten parat. Zugutezuhalten ist ihm, dass er sich nicht aus der Mitverantwortung stiehlt: Spieler, Trainerstaff, Sportchef: Alle tragen wir Schuld an dem Schlamassel.»

Nach der Rückkehr nach Bern wird ausgiebig Ursachenforschung betrieben. Es seien deutliche und emotionale Worte gefallen in der Kabine, sagt Bickel, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Köpfe rollen werden nach dem kläglichen Ausscheiden keine, doch ungeschoren kommen die Verlierer nicht davon. Neben Hohn und Spott, der auf sie niederprasselt, bekommen sie das Ausscheiden auch finanziell zu spüren. Zur Anwendung kommt das Malussystem, welches nach der Cup-Pleite gegen Wil im Dezember 2012 in Kraft getreten ist. Übersetzt heisst das: Spieler und Staff müssen einen Lohnabzug in vierstelliger Höhe hinnehmen.

Der Bund

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