Kommentar: YB – das Losglück der Kleinen

Kommentar

YB schied einmal mehr gegen einen unterklassigen Gegner aus. Selbst Trainer Uli Forte wirkte nach der Cup-Blamage leer und angeschlagen.

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Der Cupwettbewerb lebt davon, dass vermeintlich «Grosse» immer wieder mal gegen Aussenseiter scheitern oder sich gar blamieren. Ohne diese Ungewissheit, ohne diesen Reiz gäbe es keine Geschichten – «Cupdramen», wie es überspitzt in der Welt des Fussballs heisst.

Wenn aber eine Mannschaft wie die Young Boys viermal in den letzten fünf Cupwettbewerben gegen einen unterklassigen Gegner ausscheidet, dann ist das nicht Zufall, Pech oder schlechter Boden. Seit 2009 ist YB mit vier verschiedenen Trainern an Aussenseitern gescheitert. Am Samstag war nach Petkovic, Gross und Rueda nun Uli Forte an der Reihe. Der Trainer, der rhetorisch stets Gas gibt, auch in der Niederlage immer versucht, zuerst das Positive zu finden, der seine Spieler verteidigt und starkredet, fast in jeder Lebenslage blumige Worte findet, und für YB sowieso, wirkte nach dem 1:4 in Le Mont leer und angeschlagen, auch wenn seine Worte weitersprudelten. Seine Young Boys zeigten sich immun gegen seine Ratschläge und taktischen Anweisungen. Er wurde von seinen Spielern im Stich gelassen.

Die zweitteuerste Mannschaft, diese Saison ohne Mehrbelastung, da sie sich nicht für einen europäischen Club-Wettbewerb qualifizieren konnte, scheidet sang- und klanglos im Cup gegen ein Team aus, das zwei Ligen tiefer spielt. Dank den Gebrüdern Rihs als Geldgeber gilt YB bei Spielern, Spielervermittlern und Trainern als der attraktivste Club in der Schweiz hinter dem FC Basel. Und für die kleineren Vereine bedeutet YB im Cup das grosse Los zum Glück.

Der Bund

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