Kann eine Frau Bundesliga-Fussballer trainieren?

Die Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft glaubt, dass ihre Qualitäten auch einer Männer-Mannschaft zugute kommen würden. Der Fussball sei für eine solche Revolution aber wohl noch nicht reif.

«Ich würde mir zutrauen, eine Bundesliga-Mannschaft zu trainieren» - Silvia Neid gibt sich selbstbewusst.

«Ich würde mir zutrauen, eine Bundesliga-Mannschaft zu trainieren» - Silvia Neid gibt sich selbstbewusst.

(Bild: Keystone)

Alexander Kühn@alexkuehnzh

Die 46-jährige Silvia Neid ist die erfolgreichste Fussball-Lehrerin der Welt. Mit dem deutschen Nationalteam gewann sie 2007 den WM- und 2009 den EM-Titel. In diesem Jahr visiert sie an der Heim-WM ihren dritten grossen Coup an. Danach würde sie gerne in den Männer-Fussball wechseln. «Ich würde es mir auch zutrauen, eine Bundesligamannschaft zu trainieren. Aber ich glaube nicht, dass eine Frau von allen Spielern respektiert werden würde. Und da kannst du noch so gut sein», erklärte Neid in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung.

Taktisch und technisch müsse sich der Frauen-Fussball nicht vor jenem der Männer verstecken, ist die 111-fache deutsche Internationale überzeugt. Das 4:2:3:1-System, mit dem Joachim Löws Equipe an der WM in Südafrika für Furore sorgte, werde bei den DFB-Frauen bereits seit 2001 praktiziert, zudem seinen von ihren Spielerinnen die meisten beidfüssig. «Ich sage ihnen, dass sie das zu Hause trainieren müssen», so Neid. Dennoch werde eine Frauen-Equipe nie mit einem guten Männer-Team mithalten können: «Aufgrund der Biologie sind die Unterschiede zu gross.»

Eine Frau führte Schwedens Unihockey-Männer zu WM-Gold

Dass eine Frau den Männern in einem Teamsport durchaus wertvolle Impulse geben kann, beweist das Beispiel von Kristina Landgren. Sie führte die schwedischen Unihockeyaner 2006 an deren Heim-WM zum Gewinn der Goldmedaille. Zurzeit ist Landgren als Sportchefin beim schwedischen Spitzenklub Pixbo engagiert, den sich auch schon ein halbes Jahr lang trainierte.

Im deutschen Fussball gilt die frühere Nationalspielerin Sissy Raith als Pionierin. Die 50-Jährige, die heute Nachwuchs-Mannschaften in Aserbeidschan betreut, war von Januar bis Oktober 2009 Chefcoach der Männer-Elf des damaligen Landesligisten TSV Eching. «Die Sissy ist eigentlich viel zu gut für uns, sie hat die Qualität für eine viel höhere Liga», lobte TSV-Präsident Robert Hofmeier seine Angestellte damals.

DerBund.ch/Newsnet

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