Ist es sinnvoll, in der Kälte zu trainieren?

Als einziges Team der Super League reist der FC Thun nicht in den Süden. Das muss kein Nachteil sein.

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Fünf reisen nach Spanien, vier in die Türkei. Nur der FC Thun bleibt da. Die Berner verbringen nächste Woche ein drei­tägiges Trainingscamp in Grindelwald, schuften im Schnee, während sich der Rest der Liga im Süden auf die Rückrunde der Super League vorbereitet.

GC-Clubarzt Walter O. Frey sieht darin keinen Nachteil. «Natürlich ist es spielerfreundlicher, bei 20 Grad zu trainieren als bei 0», sagt er. Schliesslich steige das Risiko von Zerrungen, wenn der Körper nicht auf Betriebstemperatur sei, ­richtiges Aufwärmen sei in der Kälte umso wichtiger. Und hierzulande drohen eher Erkältungen, während man im Süden mit dem Essen und Trinken vorsichtig sein sollte.

Die Ruderer holten so Gold

Bei der Ortswahl für ein ­Trainingslager sind auch mentale Faktoren wichtig. Es kann teambildend wirken, im Fall der Thuner zusammen in der Kälte auf den Niesen zu wandern, es kann genauso motivieren, in der Wärme für einen Tapetenwechsel zu sorgen. «Es ist ein ganzes Spektrum, aus dem man entscheiden muss», sagt der Leiter der Sportklinik Balgrist Movemed, «wo liegt die Schwäche des Teams, die man ausmerzen will?»

Frey erinnert an den Rudervierer um Stefan Netzle. Vor der WM 1982 hat dieser auf dem Lago Bianco auf dem Berninapass trainiert. Auf über 2000 Metern also, im Eiswasser. Prompt wurden die Schweizer Weltmeister. «Nicht wegen des Eiswassers», sagt Frey, «sondern weil sie wussten: ‹So brutal wie wir hat keiner trainiert.›» Etwas, was beim Start der Rückrunde auch die ­Thuner von sich sagen können. (mro)

Erstellt: 11.01.2019, 11:32 Uhr

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