«Inler ist immer noch unser Captain»

Das Schweizer Nationalteam ohne Gökhan Inler: Xherdan Shaqiri zeigt sich überrascht vom Entscheid von Vladimir Petkovic.

«Gökhan kann es immer noch nach Frankreich schaffen»: Shaqiri hat Inler im Hinblick auf die Euro noch nicht abgeschrieben.
Video: Sebastian Rieder

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81 Tage zählt der Countdown bis zur EM in Frankreich. Rund drei Monate also in denen sportlich noch einiges passieren kann, vieles aber schon Vorgegeben ist. So hat Vladimir Petkovic am vergangenen Freitag bereits kommuniziert, wer im Hinblick auf die Euro in seiner Gunst steht und wer im Sommer die Spiele wohl eher am TV verfolgen muss.

Für die anstehenden Testspiele in Irland am Karfreitag und gegen Bosnien-Herzegowina nächste Woche Dienstag in Zürich hat der Nationaltrainer eine Zäsur vorgenommen und Gökhan Inler aus dem Kader gestrichen.

Der langjährige Captain ist der grosse Abwesende an diesem Montag im Camp der Nationalmannschaft in Feusisberg.

Fehlen tut auch Petkovic. Der plötzliche Tod seiner Schwiegermutter zwang ihn kurzfristig zu einer Reise in die Heimat nach Sarajewo. Bereits morgen Dienstag wird der bosnische Kroate die Geschicke der Nationalmannschaft aber wieder leiten und den Verzicht auf Inler im Teamhotel erklären.

Respekt gegenüber Petkovic

Die Gründe für die Ausbootung liegen auf der Hand: Seit Silvester kommt Inler bei seinem neuen Club Leicester City auf lediglich 180 Spielminuten – und das lediglich im Cup. In der Liga setzt Leicester-Trainer Claudio Ranieri stets auf seine bewährte Elf und sorgt als Tabellenführer seit Wochen in England für ungläubiges Staunen.

Ein kleines Wunder zelebrieren derzeit auch die Kicker von Stoke City. In der Premier League liegt der Verein von Xherdan Shaqiri derzeit auf Platz 8, mit Aussicht auf die europäischen Plätze. «Es ist die beste Liga der Welt», ist sich Shaqiri sicher. Und so ist es für ihn nur logisch, dass es für jeden schwer ist, sich in dieser Liga zu behaupten – auch für Inler.

Hoffnung für Inler

Eine Nomination von Inler fürs Nationalteam wäre unter diesen Umständen nicht nachvollziehbar gewesen, trotzdem zeigt sich Shaqiri von Petkovics Massnahme überrascht. «Ich weiss nicht, was der Trainer da vor hat, aber man muss den Entscheid akzeptieren.»

Shaqiri glaubt jedoch, dass im Hinblick auf die Euro das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. «Gökhan ist für uns immer noch unser Captain. Und er wird kämpfen und alles daran setzen, es wieder in die Mannschaft zu schaffen», sagt Shaqiri, so richtig zu vermissen scheint er Inler aber nicht.

Auf die Frage, ob Inler der Mannschaft jetzt auch als Person neben dem Platz fehle, schüttelte Shaqiri den Kopf und antwortete sichtlich irritiert: «Das kann ich doch nicht sagen. Sorry. Wir hatten ja noch kein Training ohne Gökhan. Aber er ist ein Vollprofi und er kann es immer noch an die EM schaffen.»

Das Ausführliche Interview mit Xherdan Shaqiri – im Video.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.03.2016, 19:24 Uhr

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