Hawkeye kommt in englische Fussball-Stadien

Anfang Monat verschob das Fifa-Regelboard den Entscheid über die Einführung der Torlinientechnologie. Doch schon nächste Saison könnte in englischen Stadien Hawkeye wachen.

Vom Tennis zum Fussball: Hawkeye kommt bei den grossen Tennisturnieren regelmässig zum Einsatz. Die Technologie wird nun im Fussball getestet. (www.hawkeyeinnovations.co.uk)

Vom Tennis zum Fussball: Hawkeye kommt bei den grossen Tennisturnieren regelmässig zum Einsatz. Die Technologie wird nun im Fussball getestet. (www.hawkeyeinnovations.co.uk)

Am 5. März entschied das eher konservative Regelgremium der Fifa, das International Football Association Board (IFAB), die Einführung der Torlinientechnologie zu verschieben respektive die Testphase zu verlängern. Zehn Systeme hatte das Dübendorfer Labor Empa zuvor auf dem Areal des Fifa-Hauptsitzes beim Zürcher Zoo getestet – keines erfüllte die Bedingungen, innerhalb einer Sekunde hundertprozentige Gewähr zu bieten, ob der Ball nun im vollen Umfang über der Linie war oder nicht.

Ein System, das dabei nicht geprüft wurde, ist das aus dem Tennis (und Cricket) bekannte und anerkannte Hawkeye. Das Unternehmen Hawk Eye Innovations benötigt für seine Technologie ein Stadion, was im Home of Fifa eben nicht gegeben ist. Das Adlerauge funktioniert mit mehreren im Stadion installierten Kameras. Paul Hawkins, der Gründer des Unternehmens, zeigte sich in einem Bericht im Magazin «FC Business» zuversichtlich, dass das System schon in der nächsten Saison in englischen Stadien probehalber installiert wird.

Schon an der WM 2014 im Einsatz?

«Wir wollen es in drei Premier-League-Arenen einbauen, um ein halbes Jahr in einem Blindtest, Probleme zu eruieren und das System weiterzuentwickeln», sagte Hawkins dem Magazin. Schon in den nächsten Wochen soll es zwischen Hawkeye und der Fifa nächste Gespräche geben. «Bisher war aufgrund der Regeln verboten, ein solches System zu installieren», erklärte Hawkins. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke sieht jetzt aber keinen Hinderungsgrund mehr.

In welchen Stadien das System getestet wird, will Hawkins geheim halten. «Wir können damit natürlich nicht an die Öffentlichkeit gehen, denn wenn ein umstrittenes Tor fallen sollte, müssen wir das für uns behalten», begründet er. Schon vor drei Jahren gab es in England erste Tests mit dem Hawkeye-System. «Es war so gut, wie es damals sein konnte, als wir das System in Reading testeten», so Hawkins. Es habe in allen Fällen funktioniert. Sollte sich Hawkeye im Praxistest bewähren, dürfte es wohl auch schon an der WM 2014 in Brasilien eingesetzt werden. Schliesslich hat Sony Hawkeye in der letzten Woche übernommen und Sony ist einer der wichtigen Fifa-WM-Sponsoren.

DerBund.ch/Newsnet

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