Gross kommt für Petkovic

Die Young Boys entlassen Trainer Vladimir Petkovic nach dem 1:1 in Luzern. In der kommenden Saison steht Christian Gross bei den Bernern am Spielfeldrand.

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Gross unterzeichnete bei den Young Boys gestern Vormittag einen Zweijahresvertrag mit Option für eine weitere Saison. Er wird seine Arbeit ab sofort im Hintergrund antreten und die Planung der neuen Saison vorantreiben. Dazu gehört die Zusammenstellung seines neuen technischen Stabes und die Suche nach mindestens zwei Verstärkungen für das Fanionteam.

Die Entlassung von Petkovic hatte sich abgezeichnet, denn YB gewann in den letzten vier Spielen nur einen Punkt und muss sogar um die Teilnahme an der Europa League bangen. Damit sind die drittklassierten Berner weit von den eigenen Ansprüchen entfernt - der Rückstand auf Leader FC Zürich beträgt 15 Punkte. Petkovic hatte das Amt bei den Young Boys im August 2008 übernommen und in den letzten beiden Saisons auf Rang 2 sowie 2009 in den Cupfinal geführt.

«Der Entscheid hat nichts mit den beiden letzten Spielen gegen Thun und Luzern zu tun. Er steht vor dem Hintergrund, im Hinblick auf die neue Saison einen Neuanfang zu lancieren», begründet YB-CEO Ilja Kaenzig den Wechsel kurz vor Saisonende. «Drei Jahre am gleichen Ort zu arbeiten, ist auch in der Schweiz lang und eine gute Leistung. Es waren drei sehr gute Jahre mit vielen Höhepunkten, auch wenn wir keine Titel gewonnen haben. In unseren Augen ist nun jedoch ein Zyklus zu Ende gegangen. Diesen Zyklus hätten wir am ehesten mit einem Titelgewinn verlängern können.»

Nach den Niederlagen gegen die beiden Spitzenteams Zürich und Basel sei eventuell etwas kaputt gegangen, sagt Kaenzig. «Vladimir Petkovic hat uns so weit gebracht, wie er konnte. Nun wollen wir aber einen weiteren Schritt vorwärts machen und brauchen dazu neue Visionen und Anreize.»

«Dritte grosse Herausforderung»

Wer zweimal Zweiter wurde, will endlich Erster werden. Dafür hat sich YB für «die bestmögliche Variante» entschieden. Christian Gross war auf dem Markt und er traf in Bern jene Möglichkeiten und Entscheidungsträger an, die ihn bewogen, «innert relativ kurzer Zeit zuzusagen.» «Ich freue mich, zurück im Schweizer Fussball zu sein und meine dritte grosse Herausforderung nach GC und dem FCB anzutreten. Es ist eine hohe Motivation bei allen Beteiligten vorhanden. Hier in Bern mit diesem Stadion und den fantastischen Fans kann man einiges bewegen. Wer mich kennt, weiss, dass ich immer in allen Wettbewerben das Optimun herausholen will.»

Das Optimum herausholen muss in Zukunft aber auch die Vereinsführung. Die Abfindung für Petkovic, der einen Vertrag bis Juni 2013 besitzt, soll rund 1,5 Millionen Franken betragen. Hinzu kommt der neue Lohn für Gross und dessen Stab. In Basel soll der mehrfache Meistertrainer und Champions-League-Teilnehmer inklusive Erfolgsprämien an die zwei Millionen verdient haben. Hat es da überhaupt noch Platz für neue Spieler? «Ohne die Unterstützung unserer Hauptaktionäre wäre dieser Kraftakt nicht realisierbar gewesen», sagt Kaenzig, «aber es ist eine Investition in die Zukunft. Wenn Gross gleich erfolgreich ist wie an seinen bisherigen Stationen, dann zahlt sich diese Investition aus.»

Gross hatte zuletzt den Bundesligisten VfB Stuttgart trainiert - von den Schwaben wurde er Mitte Oktober 2010 entlassen. In der Schweiz war er beim FC Wil (1998 bis 1993), bei den Grasshoppers (1993 bis 1997) und beim FC Basel (1999 bis 2009) tätig. Mit GC wurde er zweimal Meister und einmal Cupsieger, mit Basel gewann er je viermal den Meistertitel und den Cup. Mit beiden Vereinen erreichte er auch je zweimal die lukrative Champions League. Trophäen soll er auch nach Bern bringen, denn die Young Boys warten seit 1987 (Cupsieg) sehnsüchtig auf einen Titel. YB soll endgültig zum grossen Herausforderer von Basel und Zürich werden.

Piserchia und Häberli

Der 47-jährige Piserchia, der seit Oktober 2003 für YB arbeitet, wird in den letzten vier Partien - der nächste Gegner ist am Dienstag im Stade de Suisse GC - vom ehemaligen Spieler Thomas Häberli assistiert. Häberli trainierte bei den Bernern bis anhin die U18-Mannschaft. Dem Duo obliegt die Aufgabe, YB in den letzten vier Runden auf Europacup-Kurs zu halten. Das müsste eigentlich gelingen, drei der vier verbleibenden Spiele kann YB zu Hause austragen. Platz 3 und 4 garantieren für eine Europa-League-Teilnahme. Wenn Sion den Cup gewinnt und Dritter oder Vierter bleibt in der Axpo Super League, dann würde gar Platz 5 in die Europa League führen. (rub/si)

Erstellt: 08.05.2011, 12:27 Uhr

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