Glutofenhitze ermüdet die Young Boys

Die Berner kommen im Trainingslager in Gstaad ganz schön ins Schwitzen. Gestern schlugen sie Lausanne 2:1.

Kämpft um einen Standplatz: Samuel Afum (l.). (Archiv)

Kämpft um einen Standplatz: Samuel Afum (l.). (Archiv)

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass der BSC Young Boys einen Teil der Saisonvorbereitung im Saanenland bestreitet. Auf rund 1000 Metern über Meer fehlt es dem Super-League-Klub an nichts. Er nächtigt im Arc-en-Ciel, einem ruhig gelegenen 4-Stern-Hotel im Chaletstil direkt bei der Talstation der Bergbahnen Eggli. Von dort gelangen die Spieler mit den Bikes im Nu auf die Anlage des FC Sarina.

Topfeben, sattes Grün: Der 2010 eingeweihte Schützebode nahe dem Bahnhof Saanen ist ein Bijou von einem Fussballplatz. «Hier oben stimmt einfach alles», schwärmt YB-Sportchef Fredy Bickel. Er lernte die Infrastruktur des bekannten Touris­mus­orts schätzen, als er noch beim FCZ für die sportlichen Geschicke zuständig war.

Nur zu gerne würde er Gstaad-Saanen weiter die Treue halten. Doch die Sache hat einen Haken: Anfang dieser Woche teilte die Tourismusorganisation Destination Gstaad YB mit, sie gedenke den Ende Juli auslaufenden Vertrag mit dem Fussballklub nicht zu verlängern. Bickel bedauert den Entscheid ausserordentlich; gleichzeitig lässt er durchblicken, YB überlege sich, dennoch weiter am bewährten Standort festzuhalten für das Sommer-Trainingslager.

«Afrikanische Verhältnisse»

Höhenluft mag gut sein, doch sie ist nicht in jedem Fall hitzeresistent. Diese Erfahrung machen dieser Tage unter anderen die Young Boys. In der Region Gstaad wurden gestern Temperaturen um die 30 Grad gemessen – bei praktischer Windstille. Es herrschten «afrikanische Verhältnisse», befand Uli Forte.

Und da der YB-Trainer immer zweimal pro Tag hart üben liess, waren die Spieler schon nach der Hälfte des Trainingscamps ziemlich geschlaucht. Deshalb machte es durchaus Sinn, gab er im gestrigen Testmatch gegen Lausanne-Sport fast allen 26 mitgereisten Fussballern genügend Auslauf. Nach der Pause standen bei YB zehn neue Akteure auf dem Schützebode – unter ihnen erstmals Denis Zakaria.

Der junge Genfer mit kongolesischen Wurzeln spielte im zentralen Mittelfeld, wo er physische Präsenz zu markieren versuchte, was bei einer Körpergrösse von 1,91 Meter kein schlechtes Mittel ist.

Costanzo auf dem Abstellgleis

Moreno Costanzo war einer der ganz Wenigen, dessen Dienste nicht gefragt waren gegen Lausanne. Für ihn gibt es bei YB definitiv keine halbwegs günstige Perspektive mehr. «Für Moreno ist die Situation sehr schwierig», bestätigte Forte. Schwierig ist die Situation auch für Haris Tabakovic, der im Angriff hinter Hoarau, Gerndt, Kubo und Afum nur die Nummer fünf ist. Gut möglich, dass der junge Stürmer in den nächsten Wochen erneut ausgeliehen wird. Nicht aufgeben mag vorerst Afum, welcher sich nach der Sommerpause so einsatzfreudig zeigt wie schon lange nicht mehr. Gegen Lausanne gehörte der Ghanaer zu den Auffälligeren. Torschützen waren zwei seiner direkten Konkurrenten: Hoarau erzielte das 1:0, Kubo das 2:1-Schlussresultat.

YB - Lausanne 2:1 (1:1) Saanen/Gstaad. – 800 Zuschauer. SR Erlachner. – Tore: 18. Hoarau (Gerndt) 1:0. 42. Getaz 1:1. Kubo (Benito) 2:1. Bemerkungen: 64. Benito nach Schlag auf die Ferse ausgeschieden; 79. Castroman (Foul) verwarnt. 1. Halbzeit: Mvogo; Sutter, Wüthrich, Vilotic, Lecjaks; Sanogo, Gajic; Gonzalez, Gerndt, Sulejmani; Hoarau. 2. Halbzeit: Mvogo; Hadergjonaj, Von Bergen, Rochat, Benito (64. Wüthrich); Bertone, Zakaria; Steffen, Cast­roman, Afum; Kubo.

Der Bund

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