Fürs Erste standgehalten

Der FC Basel musste mit einem 1:1 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Porto zufrieden sein.

Ab durch die Mitte zum Lichtblick: Derlis Gonzalez setzt sich gegen Sandro (links) und Maicon zum 1:0 durch. Fotos: Georgios Kefalas (Keystone)

Ab durch die Mitte zum Lichtblick: Derlis Gonzalez setzt sich gegen Sandro (links) und Maicon zum 1:0 durch. Fotos: Georgios Kefalas (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schnell verliessen sie die Bühne, eine kurze Ehrenrunde nur bot sich für einmal an. 1:1 hatten die Basler im Cham­pions-League-Achtelfinal gegen den FC Porto gespielt, es war keine rauschende Nacht wie auch schon in diesem Stadion und diesem Wettbewerb. Es war weder Grosserfolg, noch grosse Enttäuschung, sondern eben: ein Unentschieden. Erst das Rückspiel in knapp drei ­Wochen wird zeigen, was es wert war. In Portugal hat der FCB noch nie gewonnen.

34 464 Zuschauer erlebten das Remis im Hinspiel, der St.-Jakob-Park war damit erstaunlicherweise längst nicht bis auf den letzten Platz besetzt. Aber Sportferien und die nahende Basler Fasnacht wirkten sich offensichtlich ebenso auf die Zugkraft der Partie aus wie der im Vergleich zu Real, Bayern oder Manchester United nicht ganz so klingende Name des Gegners. Ein Aargauer Newsportal entblösste sich gar ganz ­ungeniert mit der Frage: «Wer zum ­Teufel ist eigentlich Porto?»

Nun: Der FC Porto hat am 27. Mai 1987 gegen Bayern München den Meistercup gewonnen, den Vorläufer der Cham­pions League. Und der FC Basel etwa zur gleichen Zeit mit einem Sieg im Penaltyschiessen gegen den FC Bulle den Fall in die Zweitklassigkeit verhindert. Was ihm dann ein Jahr später doch noch widerfuhr. Um die 27 nationalen Meistertitel des FC Porto zu erreichen, braucht der FCB mindestens ein weiteres Jahrzehnt. Nur schon dass sich der FC Basel heute also mit den Portugiesen auf Augenhöhe trifft in der europäischen Königsklasse, ist eigentlich ein Fussballmärchen. «Eine sauschwere Aufgabe» erwartete Präsident Bernhard Heusler.

Traumpass und Fehler von Frei

Dem Schweizer Meister gelang ein beschwingter Start. Zwar kam er ganz zu Beginn etwas unter Druck, aber kaum liess dieser nach, ging er in Führung. Nach einem Zuspiel von Fabian Frei (Marke: Traumpass) liess sich Derlis González auch von zwei Verteidigern nicht aufhalten. Im Fallen traf der Paraguayer zum 1:0. Dass er sich dabei verletzte und zehn Minuten später aus­gewechselt werden musste, war die trübe Note am perfekten Basler Auftakt. Es war das frühe Tor, das dem FCB entgegenkam: Er konnte sich in der Folge darauf konzentrieren, den enorm spielstarken Gegner zu kontrollieren, ohne gross Risiken eingehen zu müssen. Was gut gelang: Bis auf einen Distanzschuss von Aussenverteidiger Danilo bestand für Tomas Vacliks Tor in der ersten Halbzeit keine Gefahr. Dem Achtel­final fehlte dadurch das Prickelnde.

Er erhielt es, kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen. Nach einem Corner und einer missglückten Abwehr von Vaclik traf Casemiro in der 48. Minute, die Portugiesen jubelten, und der Speaker gab schon den Schützen bekannt. Doch vom Torrichter überzeugt, nahm der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg den Treffer zurück. Sein Assistent hatte erkannt, wie Vaclik von Iván Marcano bedrängt worden war, und dies richtigerweise signalisiert. Trotzdem sollte die Szene symbolhaft dafür stehen, was an Stärke von Porto zu erwarten war in dieser zweiten Halbzeit. Cristian Tello scheiterte später an Vaclik, und dass Jackson Martínez vom einem bösen Fehler Freis nicht profitieren mochte, war fast schon leichtfertig.

In der 79. Minute fiel der Ausgleich dann aber doch, den sich Porto mit einer Leistungssteigerung nach der Pause verdiente. Verteidiger Walter Samuel, der für den gesperrten Fabian Schär spielte, rutschte im Strafraum mit dem Arm in eine Flanke, und Danilo, der den Penalty provoziert hatte, war es, der zum 1:1 traf. Die zahlreich angereisten portugie­sischen Fans lärmten, der grosse Rest im Stadion verstummte. In der zweiten Halbzeit war das Heimteam zu keiner einzigen Torchance gekommen, so stark, stabil und geschlossen war – Teufel auch – dieses Porto. So konnte unter den Baslern auch in der Schlussphase kein Funke mehr springen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.02.2015, 23:34 Uhr

Artikel zum Thema

«Ich wäre gerne schon früher zum FCB gekommen»

Walter «il muro» Samuel wird gegen Porto wohl in der Startelf stehen. Im grossen DerBund.ch/Newsnet-Interview spricht er über seine Schüchternheit und die letzte Station seiner Karriere, den FC Basel. Mehr...

Schlau und stark

Porträt Tomas Vaclik hat das schwierige Erbe von Yann Sommer im Tor des FC Basel erfolgreich angetreten. Heute wird er im Champions-League-Achtelfinal von Porto geprüft. Mehr...

Betrogene Basler zeigen Moral

Eine Schwalbe des Sitteners Konaté und die Sehschwäche von Schiedsrichter Amhof verhindern den siebten Basler Sieg in Serie. Immerhin kann der dezimierte Meister noch ausgleichen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Kommentare

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Die Welt in Bildern

Unter Pausbacken: Eine Verkäuferin bietet an ihrem Stand im spanischen Sevilla Puppen feil. (13. November 2018)
(Bild: Marcelo del Pozo ) Mehr...